Blick auf den Kreml in Moskau | Bildquelle: AFP

Tiergarten-Mord Russland weist deutsche Diplomaten aus

Stand: 12.12.2019 09:38 Uhr

Präsident Putin hatte die Aktion bereits angekündigt, nun weist Russland im Streit um den Mord an einem Georgier im Berliner Tiergarten zwei deutsche Diplomaten aus. Sie haben sieben Tage Zeit, um das Land zu verlassen.

In der Affäre um den Mord an einem Georgier in Berlin weist Russland zwei deutsche Diplomaten aus. Es handle sich dabei um eine Reaktion auf die "grundlose Entscheidung" der Bundesregierung, zwei russische Mitarbeiter aus Deutschland auszuweisen, erklärte das Außenministerium in Moskau. Der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Dmitri Peskow, äußerte die Hoffnung der Regierung, dass dieser "notwendige" Schritt Moskaus die Beziehungen zu Deutschland nicht weiter belaste.

Der deutsche Botschafter in Moskau, Géza Andreas von Geyr, war am Morgen ins Außenministerium einbestellt worden. Dabei wurde ihm die Ausweisung mitgeteilt. Die beiden Mitarbeiter hätten nun sieben Tage Zeit, um das Land zu verlassen.

Der Schritt kam nicht unerwartet: Vergangene Woche hatte das Auswärtige Amt in Berlin zwei russische Diplomaten zu unerwünschten Personen erklärt. Putin hatte eine "spiegelgenaue" Reaktion angekündigt.

Russland weist zwei deutsche Diplomaten aus
tagesschau 17:00 Uhr, 12.12.2019, Jo Angerer, ARD Moskau

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Deutschland vermutet Auftragsmord

Die Bundesregierung kritisierte die Ausweisung. "Sie sendet das falsche Signal und ist ungerechtfertigt", erklärte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts. Die Bundesregierung behalte sich im Lichte der Ermittlungen des Generalbundesanwalts zu dem Mord "weitere Schritte" vor.

Deutschland wirft Russland fehlende Kooperation bei der Aufklärung der Bluttat vor. Der 40-jährige Georgier, der in der russischen Teilrepublik Tschetschenien auf Seite der Separatisten gekämpft haben soll, war am 23. August in Berlin von hinten erschossen worden. Der mutmaßliche Täter, ein Russe, wurde gefasst. Er sitzt seither in Untersuchungshaft und schweigt zu den Vorwürfen.

Die Bundesanwaltschaft verdächtigt staatliche Stellen in Russland oder in der Teilrepublik Tschetschenien, den Mord in Auftrag gegeben zu haben. Die Behörde übernahm deshalb die Ermittlungen.

"Bandit" und "Mörder"

Putin hatte den Erschossenen als "Banditen" und "Mörder" bezeichnet und für einen Terroranschlag auf die Moskauer Metro verantwortlich gemacht. Den deutschen Behörden warf er vor, den Mann trotz entsprechender Gesuche nicht ausgeliefert zu haben. Aus der Bundesregierung hieß es, ein solches Ersuchen sei gar nicht bekannt.

Die Auswirkungen auf die deutsch-russischen Beziehungen hatte Putin nach dem Ukraine-Gipfel in Paris heruntergespielt. Er glaube nicht, dass das Verhältnis beider Länder in eine Krise stürze. Aber gut sei das für die Beziehungen nicht, sagte er.

Russland weist zwei deutsche Diplomaten aus
Christina Nagel, ARD Moskau
12.12.2019 09:49 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 12. Dezember 2019 Inforadio um 10:05 Uhr und tagesschau24 um 11:00 Uhr

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