Boliviens Präsident Evo Morales bei einem Besuch in Mexiko-Stadt | Bildquelle: David Guzman/EPA-EFE/REX/Shutter

Präsidentschaftswahl in Bolivien Morales darf doch noch mal antreten

Stand: 05.12.2018 10:17 Uhr

Laut Verfassung dürfte Boliviens Präsident Morales nicht erneut antreten: Doch das oberste Wahlgericht hat sich widersetzt. Nun kann er 2019 abermals kandidieren.

Der bolivianische Präsident Evo Morales darf bei der nächsten Wahl erneut antreten - und könnte somit für eine vierte Amtszeit wiedergewählt werden. Das oberste Wahlgericht des südamerikanischen Landes genehmigte seine erneute Kandidatur als Staatschef. Die Richter billigten die Kandidaturen von insgesamt acht Bewerbern für Vorwahlen im Januar.

Die Opposition sprach von einem verfassungswidrigen Vorgang. Denn eigentlich ist eine erneute Kandidatur von Morales im kommenden Jahr von der Verfassung untersagt. Zudem hatte Morales im Februar 2016 ein Referendum verloren, um per Verfassungsänderung eine erneute Bewerbung zu ermöglichen.

Über Verfassung hinweggesetzt

Das Verfassungsgericht setzte sich vor einem Jahr jedoch über dieses Votum hinweg und genehmigte Morales' Kandidatur. Zur Begründung erklärte das Gericht, das Recht, sich frei um ein Amt zu bewerben, wiege stärker als die von der Verfassung gesetzten Grenzen.

Morales trat sein Amt 2006 an und ist schon jetzt der am längsten amtierende Präsident Boliviens. Sein Traum ist es, bis 2025 zu regieren, wenn das Land 200 Jahre Unabhängigkeit von Spanien feiert. Die Opposition wirft dem ehemalige Koka-Bauern einen zunehmend autoritären Kurs und die Schaffung eines Personenkults vor.

Auf der anderen Seite ist die Wirtschaft des einst bitterarmen Landes unter Morales kräftig gewachsen. Die Einnahmen aus dem Gasgeschäft wurden in den Ausbau der Infrastruktur investiert. Jetzt setzt Bolivien auf die Ausbeutung der weltgrößten Lithiumreserven zum Bau von Batterien für Elektroautos.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Dezember 2018 um 07:00 Uhr in den Nachrichten.

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