Der Wahlsieger in Montenegro, Djukanovic | Bildquelle: BORIS PEJOVIC/EPA-EFE/REX/Shutte

Präsidentenwahl Montenegro Geglücktes Comeback für Djukanovic

Stand: 16.04.2018 01:26 Uhr

Djukanovic triumphiert bei der Präsidentenwahl in Montenegro: Der seit mehr als zwei Jahrzehnten entweder als Staats- oder Regierungschef amtierende Politiker hat es noch einmal geschafft.

Von Srdjan Govedarica, ARD-Studio Wien

Das Comeback ist geglückt. Wahlsieger Milo Djukanovic tritt am späten Abend vor seine jubelnden Anhänger: "Es ist der Augenblick gekommen, sagen zu können, dass wir unsere Versprechen erfüllt  und einen weiteren wichtigen Sieg errungen haben für die europäische Zukunft Montenegros."

Die Annäherung an die EU war das Leitmotiv des Wahlkampfes von Djukanovic. Trotz der engen Bindung seines Landes zu Russland will der 56-Jährige Montenegro stärker in Europa integrieren. Brüssel hält eine EU-Mitgliedschaft bis 2025 für möglich.

"Dieses Wahlergebnis verstehe ich als eine Bestätigung der Entschlossenheit Montenegros seinen Weg in Richtung EU fortzusetzen, hin zu einer europäischen Lebensqualität für alle unsere Bürger, hin zur Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union", erklärte der Wahlsieger am Wahlabend.

Milo Djukanovic zum neuen Ministerpräsidenten Montenegros gewählt
tagesschau 12:00 Uhr, 16.04.2018

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Wenig Gegenwind von der Opposition

Die zersplitterte montenegrinische Opposition hatte Djukanovic wenig entgegenzusetzen. Insgesamt waren sechs weitere Kandidaten angetreten. Drei von ihnen bekamen weniger als ein Prozent der Stimmen.

Der Zweitplatzierte parteilose Wirtschaftsexperte Milan Bojanic erreichte rund 34 Prozent der Stimmen, weil er von mehreren Oppositionsparteien unterstützt wurde. Am Wahlabend ging Bojanic hart mit dem Wahlsieger ins Gericht: "Ich werde nicht gratulieren, weil ich nicht weiß, wozu ich gratulieren sollte. Wäre ich an Djukanovics Stelle würde ich mich heute schämen und nicht feiern."

Bojanic wirft Djukanovic vor, autoritär zu herrschen und in zweifelhafte Geschäfte verwickelt zu sein. Weil er mehr als ein Drittel der Stimmen auf sich vereinen konnte gilt Bojanic für die zersplitterte Opposition nun als Hoffungsträger. Konkretes wollte Bojanic am Wahlabend nicht sagen, aber er erklärte:

"Ich werde meinen Kampf fortsetzen, um Montenegro von Djukanovics Diktatur zu befreien. Wie genau, werden wir noch sehen. Auf jeden Fall stehe ich bereit, den oppositionellen Kräften dabei zu helfen, die Bürde der Regierung Djukanovics abzuwerfen."

Der Zweitplatzierte parteilose Wirtschaftsexperte Milan Bojanic bei der Abgabe seiner Stimme in Montenegro. | Bildquelle: REUTERS
galerie

Hoffnungsträger für die Opposition: Der Zweitplatzierte Milan Bojanic

2016 als Ministerpräsident zurückgetreten

Djukanovic war 2016 als Ministerpräsident zurückgetreten und hatte sein Amt an einen Vertrauten weitergegeben. Seine überraschende Kandidatur für das in Montenegro eher unbedeutende Präsidentenamt erklären Beobachter mit der Sorge seiner schwächelnden sozialistischen Partei vor einer Erosion nach einer möglicher Wahlschlappe. Deshalb habe man sich entschieden, den politischen Übervater ins Rennen zu schicken.

Boris Raonic von der Nichtregierungsorganisation Bürgerallianz  aus Podgorica, erinnert daran, dass Djukanovic von 1998 bis 2002 schon einmal Staatspräsident war: "Damals war er mächtiger als der Ministerpräsident und seine Berater waren mächtiger als einige Minister. Diese Machtkonzentration wird in der kommenden Zeit sehr interessant sein."

Djukanovic und seine Demokratische Partei der Sozialisten regieren Montenegro seit fast 30 Jahren. 2006 führten sie das Land zunächst zur Unabhängigkeit von Serbien und im vergangenen Jahr in die NATO. Noch-Staatspräsident Filip Vujanovic, der ebenfalls den Sozialisten angehört, ist wegen der Begrenzung der Amtszeiten nicht noch einmal bei der Wahl angetreten.

Djukanovic gewinnt Präsidentschaftswahl in Montenegro
Srdjan Govedarica, ARD Wien
16.04.2018 07:29 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichteten am 16. April 2018 Deutschlandfunk um 05:21 Uhr und die tagesschau u.a. um 05:30 Uhr.

Darstellung: