Firmenlogo von Monsanto | Bildquelle: dpa

Bayer-Tochter Monsanto Kritiker-Listen in sieben Ländern

Stand: 21.05.2019 11:57 Uhr

Monsantos Liste mit Namen von Kritikern war umfangreicher als zunächst angenommen: Wie der Mutterkonzern Bayer mitteilte, hatte eine PR-Agentur für sie Listen in sieben EU-Ländern erstellt - auch in Deutschland.

Der 2018 von Bayer aufgekaufte Saatgutkonzern Monsanto hat Kritikerlisten in mindestens sieben Ländern erstellen lassen.

Man gehe derzeit davon aus, dass die PR-Agentur Fleishman Hillard Listen mit Firmengegnern aus Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Polen, Spanien und Großbritannien für Monsanto erstellt hat, teilte der Mutterkonzern Bayer mit. Zudem soll es eine Liste mit Kritikern aus dem Umfeld der EU-Institutionen geben.

Politiker, Wissenschaftler und Journalisten erfasst

Eine internationale Anwaltskanzlei soll nun die Betroffenen "spätestens Ende der kommenden Woche" kontaktieren und nach weiteren Listen suchen. Wie viele Namen von Politikern, Wissenschaftlern und Journalisten die Listen umfassten, konnte Bayer noch nicht sagen.

Die französische Staatsanwaltschaft hatte vor etwa zwei Wochen eine vorläufige Untersuchung gegen Monsanto eröffnet, die sich mit den geheimen Listen von Firmenkritikern befasst.

Monsanto habe die Kritiker "erziehen" und besonders hartnäckige Gegner "überwachen" wollen, berichtete der Sender France 2.

Bayer entschuldigt sich beim Bundestag

Bayer hatte sich für die "komplett unangemessene" Praxis entschuldigt. "Es ist uns wichtig, die Aufklärung des Sachverhaltes voranzutreiben", schrieb Chef Werner Baumann vergangene Woche in einem offenen Brief an den Bundestag.

Der Bayer-Konzern arbeitet in seinem Marketing weiterhin mit der Firma Fleishman Hillard zusammen - allerdings nicht mehr im Bereich Kommunikation und Lobbying, hieß es.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 21. Mai 2019 um 13:38 Uhr.

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