Mondlandung | Bildquelle: dpa

Mondlandung vor 50 Jahren Der riesige Sprung für die Menschheit

Stand: 19.07.2019 08:04 Uhr

Im Juli 1969 war die Jahrhundert-Sensation perfekt: Zum ersten Mal betraten Menschen den Mond. Weltweit verfolgten 600 Millionen Menschen das Spektakel im Fernsehen.

Von Ute Spangenberger, SWR

Schemenhafte Bilder, krisselige Aufnahmen in Schwarz-Weiß - rund 600 Millionen Menschen weltweit verfolgen vor den Fernsehern live die Apollo-11-Mission. Im Juli 1969 setzt die Landefähre "Eagle" auf dem Mond auf. Neil Armstrong und Buzz Aldrin schreiben ein Stück Menschheitsgeschichte, als sie den Mond betreten: die ersten Menschen auf dem Mond.

Der ehemalige deutsche Astronaut Thomas Reiter erinnert sich, wie ihn sein Vater in der Nacht weckte. Reiter war damals elf Jahre alt. Zusammen seien sie zu Nachbarn gegangen, die als eine der ersten in der Gegend einen Farbfernseher gehabt hätten: "Ich kann mich noch gut an die schemenhaften Bilder erinnern, als Neil Armstrong die Leiter runtergehopst ist und dann auf den Mond trat."

Fasziniert erzählt er:

"Die Vorstellung, dass da nun tatsächlich Menschen mit ihren eigenen Füßen auf der Oberfläche des Mondes standen. Man konnte hoch schauen, sah den Mond und wusste, da sind jetzt Menschen, das hat mir damals Gänsehaut gemacht, genauso, wie das heute noch der Fall ist."

"Es hatte etwas Magisches"

Auch Alexander Gerst, der als deutscher Astronaut bereits zweimal auf der Internationalen Raumstation ISS war, fühlt ähnlich. Er hat die Mondlandung allerdings nicht live erlebt, da er erst sieben Jahre später geboren wurde.

"Ich war bereits als Kind davon fasziniert. Es hatte etwas Magisches, dass wir einen der kleinen weißen Punkte am Himmel tatsächlich besucht hatten und eine völlig andere Umwelt vorfanden mit dem dunklen Himmel, dem Vakuum und dem grellen Sonnenlicht", sagt er.

50 Jahre Mondlandung
tagesschau24 11:00 Uhr, 17.07.2019, Stefan Niemann, ARD Washington

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Vormachtstellung im Weltraum

Mit der Mondlandung und den berühmten Worten von Armstrong ("Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit") war den Amerikanern gelungen, worauf sie fast ein Jahrzehnt hingearbeitet hatten.

In den 1960er-Jahren, im Kalten Krieg, kämpften die Sowjetunion und die USA um die Vormachtstellung im Weltraum. Die Sowjets hatten bereits früh vorgelegt. 1957 war es ihnen als erstem Staat gelungen, einen Satelliten, Sputnik, in die Erdumlaufbahn zu schicken.

Die Amerikaner waren entsetzt, standen unter dem "Sputnik-Schock". Sie hatten es bis dahin nicht für möglich gehalten, dass die Sowjetunion dazu technisch in der Lage war. Hinzu kam: Wer, so wie die Sowjetunion im Kalten Krieg, mit einer Rakete einen künstlichen Erdsatelliten ins All schießen konnte, hätte womöglich auch US-Territorium mit Raketen erreichen können.

Wettlauf im All

Als direkte Reaktion ließ der damalige US-Präsident Dwight D. Eisenhower 1958 die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA gründen. Der Wettlauf im All hatte begonnen.

1961 legte die Sowjetunion nach und schickte mit dem Kosmonauten Juri Gagarin den ersten Menschen ins Weltall. Zwar gelang es den Amerikanern wenige Wochen später, ihren Astronauten Alan Shepard ebenfalls ins All zu schießen, aber der US-Amerikaner war eben nur der zweite Mensch im Weltraum.

Präsident John F. Kennedy verkündete wenige Wochen später in seiner berühmten Grundsatzrede vor dem US-Kongress, dass die USA bis Ende des Jahrzehnts einen Menschen zum Mond und zurückbringen werden. Für die beiden Supermächte war damit der Wettlauf zum Mond eröffnet. 400.000 Menschen arbeiteten zeitweise an dem Apollo-Programm der Amerikaner.

"Die Zeit war reif"

Hätte es die Mondlandung ohne den Kalten Krieg gegeben? Der ehemalige Apollo-Astronaut Charles Duke glaubt schon. Duke war 1972 selbst auf dem Mond und hielt bei der ersten Mondlandung 1969 von der Bodenkontrolle in Houston aus den Kontakt zur Crew auf dem Mond. Die Zeit sei damals gewissermaßen "reif" gewesen.

"Alan Shepard war gerade von seiner Mission zurück, als Kennedy das Weltraumprogramm verkündete. Die Wirtschaft lief, die USA führten gerade keinen richtigen Krieg. Die Begeisterung für den Weltraum wuchs", sagt Duke. Aber natürlich habe die Tatsache, dass man sich im Wettlauf mit den Russen befunden habe, die Entscheidung befördert, derart viel Geld für das Mondprogramm auszugeben, erinnert sich der 83-Jährige.

Die erfolgreiche Mondlandung der Amerikaner war somit weit mehr als ein technologischer Erfolg, sie war auch ein politischer Sieg über die Sowjetunion im Kalten Krieg.

1972 stellten die Amerikaner das Apollo-Programm ein. Bis dahin hatten zwölf US-Astronauten den Mond betreten, dort oben geforscht und 382 Kilogramm Mondgestein mit zurück zur Erde gebracht.

Seitdem war kein Mensch mehr auf dem Mond.  

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Die Geschichte der US-Raumfahrt

60 Jahre Nasa:

Am 29. Juli 1958 unterzeichnete US-Präsident Eisenhower (mitte) das "National Aeronautics and Space"-Gesetz und gründete damit die NASA. Er hatte entschieden, dass das zivile Raumfahrtprogramm der USA durch eine Raumfahrtorganisation durchgeführt werden soll. Er trieb die Gründung voran, da es der Sowjetunion bereits ein Jahr zuvor gelungen war, den Satelliten "Sputnik I" ins Weltall zu bringen. Am 1. Oktober 1958 nahm die NASA unter dem Chef Keith Glennan (rechts) ihre Arbeit auf. | Bildquelle: NASA

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. Juli 2019 um 11:00 Uhr.

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