Wahlsiegerin Sandu | Bildquelle: DUMITRU DORU/EPA-EFE/Shutterstoc

Präsidentenwahl in Moldau Pro-Europäische Kandidatin siegt

Stand: 16.11.2020 00:58 Uhr

Bei der Stichwahl um die Präsidentschaft in Moldau deutet sich ein Sieg der Ex-Regierungschefin Maia Sandu an. Die Ökonomin war als Überraschungssiegerin aus der ersten Wahlrunde hervorgegangen.

Die pro-europäische Oppositionspolitikerin Maia Sandu wird neue Präsidentin der Republik Moldau - und löst Igor Dodon ab. Nach Auszählung fast aller Wahlzettel der Stichwahl kommt die 48-Jährige auf 56 Prozent der Stimmen. Das geht aus Zahlen der Zentralen Wahlkommission hervor, die in der Nacht zum Montag in der Hauptstadt Chisinau veröffentlicht wurden. Auf den russlandfreundlichen Amtsinhaber Dodon entfallen demnach nach Auswertung von knapp 99 Prozent der Stimmzettel rund 43 Prozent.

Sandu war vor zwei Wochen überraschend als Siegerin aus der ersten Wahlrunde hervorgegangen. Dodon ist seit 2016 Präsident der ehemaligen Sowjetrepublik. Er gilt als Verbündeter Moskaus. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte vor der Wahl die Hoffnung geäußert, dass Dodon im Amt bleibt. Dieser hatte im Wahlkampf weiterhin enge Beziehungen zum "strategischen Partner" Moskau in Aussicht gestellt und dafür plädiert, Russisch zum Pflichtfach in den Schulen zu machen.

Ärmstes Land Europas

Sandu war von Juni bis November 2019 Ministerpräsidentin, bevor ihre Regierung gestürzt wurde. Sie steht für einen EU-freundlichen Kurs. Die moderat konservative Politikerin arbeitete früher für die Weltbank. Bei der Präsidentschaftswahl vor vier Jahren hatte sich Dodon in der Stichwahl gegen Sandu durchgesetzt.

Die Republik Moldau mit ihren 3,5 Millionen Einwohnern hat in den vergangenen Jahren mehrere politische Krisen durchlebt. Das Land ist gespalten zwischen Anhängern Europas und jenen, die an engen Beziehungen zu Russland festhalten wollen. Moldau ist zudem eines der ärmsten Länder Europas. Vergangene Wahlen in Moldau waren von Betrugsvorwürfen überschattet gewesen.

Wahl in Moldau: Neue pro-europäische Präsidentin
Christine Auerbach, ARD Moskau
16.11.2020 07:06 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 16. November 2020 Deutschlandfunk um 02:00 Uhr in den Nachrichten und B5 aktuell um 09:07 Uhr.

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