Moderna Logo mit Spritze | Bildquelle: REUTERS

Corona-Pandemie US-Zulassung für Moderna-Impfstoff

Stand: 19.12.2020 08:00 Uhr

Es ist der zweite Corona-Impfstoff, der in den USA eine Zulassung erhalten hat: Die Behörde FDA genehmigte die Immunisierung mit dem Vakzin des Herstellers Moderna. Die EU will über das Mittel Anfang Januar entscheiden.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Corona-Impfstoff des Pharma-Unternehmens Moderna eine Notfallzulassung erteilt, wie die FDA mitteilte. Das Mittel dürfe ab sofort in den USA eingesetzt werden. Es ist die erste Zulassung für das Moderna-Vakzin weltweit; in den USA hatte zuvor bereits der Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer die Notfallzulassung erhalten.

USA lassen Corona-Impfstoff von Moderna zu
tagesschau 24 14:00 Uhr, 19.12.2020

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Schon am Montag könnte mit dem Einsatz des Präparats begonnen werden, hatten Regierungsbeamte bereits in den vorangegangenen Tagen erklärt. Sie rechneten damit, dass nach der Zulassung sofort knapp sechs Millionen Impfdosen im Land verteilt werden könnten. Noch vor Jahresende könnten in den USA laut Unternehmensangaben 20 Millionen Einheiten verfügbar sein. Für den vollen Immunschutz sind pro geimpfter Person zwei davon im Abstand von 28 Tagen nötig.

Glückwünsche von der Politik

"Gratulation, der Moderna-Impfstoff ist jetzt verfügbar", twitterte US-Präsident Donald Trump wenige Minuten nach der Erklärung der FDA. Sein gewählter Nachfolger Joe Biden sprach ebenfalls von einer guten Nachricht. Er betonte aber zugleich "die riesige Herausforderung, hunderte Millionen Amerikaner zu impfen". Die USA hatten die Erforschung des Moderna-Impfstoffs mit 2,5 Milliarden Dollar unterstützt, außerdem beteiligte sich das Nationale Gesundheitsinstitut an der Entwicklung.

Ebenfalls ein RNA-Impfstoff

Das Unternehmen mit Sitz in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts erwartet für die ersten drei Monate des kommenden Jahres eine Produktion von 100 bis 125 Millionen Impfdosen des Vakzins mit dem Namen "mRNA-1273". Davon sollen 15 bis 25 Millionen außerhalb der USA zur Verfügung stehen. Insgesamt rechnet der Konzern damit, dass er 2021 weltweit bis zu einer Milliarde Impfdosen herstellen kann. In der EU soll am 6. Januar über einen Einsatz entschieden werden. 

Der Impfstoff von Biontech und Pfizer wird seit Montag in den USA eingesetzt, braucht aber eine aufwendigere Kühlung als das Moderna-Präparat. Beide sind sogenannte RNA-Impfstoffe und enthalten genetische Informationen des Erregers, aus denen der Körper ein Viruseiweiß herstellt. Ziel der Impfung ist es, den Körper zur Bildung von Antikörpern gegen dieses Protein anzuregen, um die Viren abzufangen, bevor sie in die Zellen eindringen und sich vermehren.

Studien zeigen hohe Wirksamkeit

Moderna hatte Ende November auf Grundlage seiner entscheidenden Phase-III-Studie mitgeteilt, dass sein Impfstoff eine Wirksamkeit von 94,1 Prozent habe. Daten aus einer sogenannten Phase-I-Studie zeigten einer Veröffentlichung im "New England Journal of Medicine" zufolge zudem, dass die durch den Impfstoff ausgelöste Immunantwort mehrere Monate deutlich im Blut nachweisbar sei. Das Ergebnis könnte darauf hindeuten, dass die Moderna-Impfung über einen längeren Zeitraum Schutz gegen Covid-19 bietet. Ein Nachweis ist das aber nicht.

In den Tests gab es nur geringe Nebenwirkungen - allerdings fehlen wegen der nur wenige Monate langen Erprobungszeit noch längerfristige Daten zur Sicherheit des Präparats und Detailinformationen zu anderen Bevölkerungsgruppen.

Impfskepsis befürchtet

Experten befürchten deshalb, dass viele Menschen sich aus Skepsis über die in Rekordzeit entwickelten Impfstoffe nicht impfen lassen wollen. Um das Vertrauen zu stärken hatte sich US-Vizepräsident Mike Pence gestern vor laufenden Kameras mit dem Biontech-Pfizer-Stoff impfen lassen. Auch Biden will sich bald öffentlich impfen lassen. Trump dagegen hat wiederholt erklärt, dass er sich nach seiner Corona-Infektion im Oktober für "immun" halte.

USA lassen Moderna-Impfstoff zu
Katrin Brand, ARD Washington
19.12.2020 06:41 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Dezember 2020 um 09:00 Uhr.

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