Impfstoff von Moderna | dpa

Schweden und Dänemark Keine Impfungen mit Moderna für Jüngere

Stand: 06.10.2021 18:46 Uhr

In Schweden und Dänemark werden jüngere Menschen vorerst nicht mehr mit dem Corona-Vakzin von Moderna geimpft. Damit reagieren die beiden Länder auf ein möglicherweise erhöhtes Risiko für Herzmuskelentzündungen.

Der Corona-Impfstoff von Moderna wird in Schweden und Dänemark vorerst nicht mehr jüngeren Menschen verabreicht. In Schweden gilt die Regel für unter 30-Jährige, in Dänemark für unter 18-Jährige.

Die schwedische Gesundheitsbehörde beschloss, den Einsatz des Präparats des US-Unternehmens für die Jahrgänge 1991 und jünger vorsichtshalber vorläufig bis zum 1. Dezember auszusetzen.

Offenbar erhöhte Nebenwirkungen

Als Grund für die Entscheidung werden Anzeichen eines erhöhten Risikos von Nebenwirkungen genannt. Demnach deuteten Daten auf eine Zunahme von Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen nach der Impfung hin.

"Der Zusammenhang ist besonders deutlich, wenn es sich um den Impfstoff Spikevax von Moderna handelt, vor allem nach der zweiten Dosis", teilte die schwedische Gesundheitsbehörde mit. Das Risiko sei aber sehr niedrig.

Die betroffene Altersgruppe solle stattdessen den Impfstoff von BioNTech/Pfizer erhalten, empfahl die Behörde. Die Impfung gegen Covid-19 wird in Schweden allen Menschen angeboten, die älter sind als zwölf Jahre. Bislang haben 84 Prozent aller Bürgerinnen und Bürger über 16 Jahre in dem EU-Land mindestens eine Impfdosis erhalten, knapp 78 Prozent auch schon eine zweite.

Auch Dänemark schränkt Impfungen ein

Kurz darauf schränkte auch Dänemark die Verwendung des Moderna-Vakzins ein. Wie die dortige Gesundheitsverwaltung mitteilte, werden Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren von nun an nur noch mit BioNTech/Pfizer geimpft. Auch hier war von einer Vorsichtsmaßnahme die Rede. Die Behörde verwies auf eine bisher noch nicht veröffentlichte nordische Studie, die nun an die Europäische Arzneimittelbehörde EMA gehen soll.

Man komme weiterhin zu der Einschätzung, dass auch das Moderna-Präparat ein besonders effektiver Impfstoff sei, der einen wichtigen Platz in der Impfkampagne des Landes einnehme. In Dänemark haben bislang 76 Prozent aller Bürger eine erste Impfdosis erhalten, fast 75 Prozent auch schon ihre zweite.

Behörden: Vorteile überwiegen Risiko

Die EMA hatte den Einsatz des BioNTech-Impfstoffs bei über Zwölfjährigen im Mai genehmigt und den von Moderna im Juli. Ende der vergangenen Woche hatte die kanadische Gesundheitsbehörde erklärt, Daten legten nahe, dass Impfungen mit Moderna zu mehr Fällen von Herzentzündungen führten als die mit BioNTech/Pfizer. Die Entzündungen kämen häufiger bei Jugendlichen und Erwachsenen unter 30 Jahre und häufiger bei Männern vor. Die Mehrheit der Betroffenen erkrankten aber nur relativ leicht und erholten sich schnell. Die Zulassungsbehörden hatten erklärt, dass die Vorteile der Impfung die Risiken überwögen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 19. Oktober 2021 um 23:55 Uhr.