Flagge von Mississippi | Bildquelle: AP

USA Mississippi trennt sich von Flagge

Stand: 29.06.2020 02:24 Uhr

Als letzter US-Bundesstaat entfernt Mississippi die Kriegsflagge der Südstaaten aus seiner Fahne. Das als rassistisch angesehene Symbol steht seit Jahren in der Kritik.

Mississippi hat als letzter US-Bundestaat beschlossen, die Kriegsflagge der Konföderierten Staaten von Amerika von seiner offiziellen Flagge zu streichen. Das Repräsentantenhaus und der Senat von Mississippi stimmten parteiübergreifend für die Veränderung der überwiegend als rassistisch angesehen Flagge. Der republikanische Gouverneur Tate Reeves sagte, er werde das Gesetz unterschreiben und die Flagge des Staates verliere mit seiner Unterschrift ihren offiziellen Status.

Insbesondere nach dem Tod des Schwarzen George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz im Mai hatte sich die Wut der Menschen gegen historische Symbole der Unterdrückung Schwarzer gerichtet. Dazu gehörten neben der Konföderiertenflagge auch Statuen von Südstaatengenerälen, die im Bürgerkrieg das Recht auf Sklavenhaltung verteidigt hatten. Mississippi hat zu 38 Prozent eine schwarze Bevölkerung.

Bevölkerung soll im November über neue Flagge abstimmen

Die Kriegsflagge der Konföderierten war vor mehr als einem Jahrhundert von weißen Rassisten in die Flagge des Staates integriert worden, eine Generation nachdem die Südstaaten den Bürgerkrieg verloren hatten. Der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, Philip Gunn, setzte sich seit fünf Jahren für eine Veränderung der Flagge ein.

Die Entscheidung im Repräsentantenhaus am Sonntagnachmittag fiel 91 zu 23 aus, den Senat passierte der Gesetzesvorschlag später mit 37 zu 14 Stimmen. Eine Kommission soll nun eine neue Flagge gestalten. Diese soll die Worte «In God We Trust» (Auf Gott vertrauen wir) beinhalten. Die Wähler sollen im Rahmen der Präsidentschaftswahl am 3. November über das neue Design abstimmen.

Mord an George Floyd und die Folgen: Mississippi trennt sich von seiner Flagge
Torsten Teichmann, ARD Washington
29.06.2020 06:21 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. Juni 2020 um 05:56 Uhr.

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