Hand mit Rosenkranz | Bildquelle: dpa

Herausgabe von Namen gefordert Missbrauchsopfer verklagen Vatikan

Stand: 15.05.2019 18:07 Uhr

Fünf Männer haben in den USA Klage gegen den Vatikan eingereicht. Sie fordern, die Archive zu öffnen und Namen und Daten sexueller Straftäter herauszugeben. Die Kläger wurden als Kinder von Geistlichen missbraucht.

In den USA haben fünf Opfer sexuellem Missbrauch durch katholische Geistliche den Vatikan auf Herausgabe der Namen sexueller Straftäter verklagt.

In der im US-Bundesstaat Minnesota eingereichten Klage heißt es, die Kläger seien durch die "Praxis des Heiligen Stuhls geschädigt worden, mutmaßlichen Kindesmissbrauch nicht den Strafverfolgungsbehörden zu melden". Sie fordern, dass der Vatikan seine Archive öffnet und die Namen und Daten sexueller Straftäter veröffentlicht. Das Vorgehen des Vatikans, Hinweise auf Verbrechen von Kirchenmitarbeitern zurückzuhalten und zu verstecken, habe "zahlreiche Kinder in Gefahr gebracht".

"Sie stehen nicht über uns"

Drei der Kläger sind Brüder. Stephen, Luke und Benedict Hoffman wurden als Kinder von einem 2012 verhafteten und inzwischen zu fünf Jahren Gefängnis verurteilten Priester missbraucht. Der Fall hatte zum Rücktritt eines Erzbischofs geführt. "Ich will nicht, dass irgendjemand das durchmachen muss, was meine Brüder und ich durchgemacht haben", sagte Stephen Hoffman. "Ich will einfach, dass der Vatikan tut, was richtig ist."

Ein weiterer Kläger, Jim Keenan, war nach eigenen Angaben in den 70er-Jahren von einem Priester missbraucht worden. Die Taten waren laut Keenans Angaben von der katholischen Kirche dokumentiert, aber nicht gemeldet worden. "Ich bin hier, um den Papst und den Vatikan zu verklagen, weil es aufhören muss", sagte der 51-Jährige. "Sie stehen nicht über uns."

Meldepflicht für Missbrauchsfälle

Bei dem fünften Kläger handelt es sich um den heute 53-jährigen Manuel Vega. Er ist eines von 30 Opfern eines mexikanischen Priesters, der sich laut Vega nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe nach Mexiko abgesetzt hatte. "Er ist nicht zu finden", sagte Vega. "Soweit ich gehört habe, ist er irgendwo in Mexiko oder Spanien und praktiziert weiter, ist weiter gefährlich."

In den vergangenen Jahren wurden weltweit zahlreiche Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche bekannt. Als eine Reaktion führte Papst Franziskus in der vergangenen Woche eine interne Meldepflicht für Missbrauchsfälle ein. Priester, andere Kleriker und Ordensleute müssen jeden Verdachtsfall und jede versuchte Vertuschung der Kirche melden. Bei den Behörden anzeigen müssen sie diese jedoch nicht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Mai 2019 um 12:05 Uhr.

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