Ein Soldat mit einer Waffe in der Hand in der Stadt Ahwas. | Bildquelle: dpa

Angriff auf Militärparade Iran gibt USA Mitschuld an Anschlag

Stand: 22.09.2018 18:43 Uhr

Bei einem Anschlag auf eine Militärparade im Iran sind mindestens 25 Menschen getötet worden. Zwei Gruppen bekannten sich dazu. Der Iran gab den USA und Saudi-Arabien eine Mitschuld.

Von Michael Lehmann, ARD-Studio Athen

Die vier Angreifer kamen uniformiert: verkleidet als iranische Soldaten. Sie fielen als Terroristen erst auf, als sie mit ihren Waffen das Feuer auf Teilnehmer und Zuschauer der Militärparade in der Stadt Ahwas im Südwesten des Iran eröffneten. Im iranischen Staatsfernsehen sind die Video-Aufnahmen, die während der Attacke entstanden, immer wieder zu sehen.

Panik brach aus unter den Zuschauern, einige versteckten sich hinter hölzernen Zuschauerpodesten, kurz darauf waren Krankenwagen zu hören. Etwa 20 Menschen, darunter auch Kinder, waren sofort tot. Die iranische Staatsführung sprach später von mindestens 25 Todesopfern und 50 Verletzten.

Viele Tote bei Angriff auf Militärparade im Iran
tagesschau 20:00 Uhr, 22.09.2018, Natalie Amiri, ARD Teheran

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Schock, Trauer und Wut

Der "Islamische Staat" bekannte sich zu der Attacke. Die iranische Staatsführung hingegen hatte am Vormittag den Namen einer Separatistenbewegung veröffentlicht, die für die tödlichen Angriffe verantwortlich sein soll. Sie seien unterstützt worden von Saudi-Arabien und auch den USA, hieß es im Staatsfernsehen. Somit gab die iranische Führung den USA zumindest eine Mitschuld an den Verbrechen.

Unter Augenzeugen in der Stadt Ahwas war neben Schock und Trauer auch Wut zu sehen, im staatlichen Fernsehen dazu gefilterte und stark geschnittene Passagen von Meinungen älterer iranischer Männer: "40 Jahre sind seit der iranischen Revolution vergangen, aber wir stehen hier und sie können nichts erreichen. Die Angreifer werden damit nicht weiterkommen, die Menschen werden stärker sein."

Soldaten marschieren auf einer Militärparade in Teheran. | Bildquelle: AFP
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In verschiedenen Städten fand eine Militärparade statt, so wie hier in Teheran.

"Schnell und entschlossen reagieren"

Zehn Minuten lang sollen die Angreifer am Morgen in Uniform geschossen und getötet haben, danach wurden drei der Terroristen von iranischen Sicherheitskräften erschossen. Ein weiterer starb an seinen Verletzten später im Krankenhaus. In anderen Quellen hieß es, auch er sei getötet worden.

Der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif reagierte per Twitter mit den Worten: "Terroristen, die von einem ausländischen Regime rekrutiert, ausgebildet, bewaffnet und bezahlt wurden, haben unsere Stadt Ahwas angegriffen. Der Iran hält regionale Terrorsponsoren und ihre US-Meister für solche Angriffe verantwortlich. Der Iran wird schnell und entschlossen auf die Verteidigung des iranischen Lebens reagieren."

Paraden im ganzen Land

Ganz ähnlich äußerte sich am Nachmittag der iranische Präsident Rouhani. Er war Gast einer Militärparade in Teheran. Überall im Land werden am 22. September solche Paraden abgehalten. Sie sollen an den Beginn des ersten Golfkriegs gegen den Irak erinnern, vor genau 38 Jahren.

Die Terrorattacke in der Stadt Ahwas fand nahe an der Grenze zum Irak statt. In einer Provinz des Iran, die vor allem von Arabern bewohnt wird und in der sich in den vergangenen Jahren viele Menschen immer wieder auch für ihre Unabhängigkeit vom Iran eingesetzt haben.

Mindestens 25 Tote bei Angriff auf Militärparade in Ahwas
Michael Lehmann, ARD Istanbul
22.09.2018 18:15 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 22. September 2018 die tagesschau um 17:50 Uhr und Deutschlandfunk um 18:23 Uhr.

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