Kampfflugzeuge stehen auf dem Deck des Flugzeugträgers "Abraham Lincoln". Das US-Kriegsschiff durchquerte die Straße von Hormus am 15. Juli 2019. | Bildquelle: REUTERS

Straße von Hormus USA bitten deutsche Marine um Mithilfe

Stand: 30.07.2019 15:54 Uhr

Die USA setzen gegen den Iran auf "maximalen Druck". Dabei soll Deutschland helfen. Die US-Botschaft bat offiziell um Unterstützung beim Schutz von Tankern im Persischen Golf. Doch die Bundesregierung setzt auf Deeskalation.

Die USA haben Deutschland offiziell darum gebeten, sich an der militärischen Sicherung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus zu beteiligen. "Wir haben Deutschland förmlich gefragt, zusammen mit Frankreich und Großbritannien bei der Sicherung der Straße von Hormus mitzuhelfen und iranische Aggression zu bekämpfen", sagte eine Sprecherin der US-Botschaft in Berlin.

Das Auswärtige Amt bestätigte, dass die USA vor kurzem Deutschland und weiteren Verbündeten ihr Konzept für eine Seeraumüberwachungsmission am Persischen Golf vorgestellt und um Beteiligung gebeten hätten. "Die Bundesregierung hat dies zur Kenntnis genommen, aber keinen Beitrag in Aussicht gestellt", so das Ministerium. Außenminister Heiko Maas hatte wiederholt betont, "dass aus deutscher Sicht die Priorität auf einer Deeskalation der Spannungen und diplomatischen Bemühungen" liegen müsse.

Vorbehalte in der Regierungskoalition

In der Berliner Regierungskoalition gibt es starke Vorbehalte - vor allem in der SPD. Der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Nils Schmid, bedauerte den Kurswechsel der Briten, die USA bei einer europäischen Militärmission in der Straße von Hormus mit einbinden zu wollen. "Wir haben als Europäer großen Wert darauf gelegt, uns von der militärischen Konfrontationslogik der Amerikaner in der Region abzusetzen und den Schwerpunkt auf Diplomatie zu legen", sagte er im Bayerischen Rundfunk. "Und deshalb macht eine wie auch immer geartete europäische Mission nur Sinn, wenn dieser Abstand zu dem sehr robusten Vorgehen der USA gewahrt bleibt."

Die britische Regierung wolle "den amerikanischen Weg gehen, und der ist voller Gefahren", warnte Schmid. Denn je mehr Militär am Persischen Golf unterwegs sei, umso größer sei die Gefahr von Fehlkalkulationen oder Missverständnissen. "Ein Schuss kann dann schon einen großen Konflikt auslösen. Und dann ist man an der Seite der USA in einem Krieg gegen den Iran, und das kann sich niemand wünschen", sagte er.

Entwicklungen in der Straße von Hormus
mittagsmagazin, 30.07.2019, Mareike Aden, ARD London

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Europäische oder US-Marinemission?

Die britische Regierung von Theresa May hatte vergangene Woche eine europäische Marinemission im Persischen Golf vorgeschlagen. Unter Premierminister Boris Johnson will Großbritannien hingegen enger mit den USA kooperieren. Die geplante US-Mission "Sentinel" setzt auf eine Strategie des "maximalen Drucks" gegen den Iran.

Die Situation rund um die Straße von Hormus ist extrem instabil. Die iranischen Revolutionsgarden hatten dort einen britischen Tanker festgesetzt. Zuvor waren wiederholt Tanker in der Nähe der Straße von Hormus durch Sabotageakte beschädigt worden. Es ist unklar, wer die Explosionen auslöste.

USA bitten Deutschland um Hilfe für Hormus-Mission
Christian Schaaf, ARD Berlin
30.07.2019 13:54 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. Juli 2019 um 15:00 Uhr.

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