Flüchtlinge | dpa

UN-Bilanz zum "Tag der Migranten" Tausende Menschen sterben auf der Flucht

Stand: 18.12.2020 13:52 Uhr

Sie fliehen vor Krieg, Vertreibung und Hunger und finden nicht selten den Tod. Die UN-Organisation für Migration hat nun Zahlen vorgelegt, wie viele Menschen in diesem Jahr auf der Flucht gestorben sind - und auf welchen Routen.

Bis zum 17. Dezember hat die UN-Organisation für Migration (IOM) weltweit 3174 Todesopfer gezählt. Es zeichnet sich also ab, dass im Jahr der Corona-Pandemie weniger Menschen auf der Flucht gestorben sein dürften als im vergangenen Jahr. 2019 waren rund 5300 Menschen auf der Flucht umgekommen. Auf einigen Routen gab es aber mehr Todesopfer.

Gefährliche Route auf die Kanaren

Etwa 1800 der Menschen sind nach Angaben der IOM in Europa oder auf dem Weg nach Europa umgekommen. Auf der Route vom afrikanischen Festland auf die Kanarischen Inseln starben mehr als doppelt so viele Menschen wie im Vorjahr.

Auch die Migrationsbewegungen in Afrika hätten sich im laufenden Jahr als sehr riskant erwiesen, sagte IOM-Sprecher Paul Dillon anlässlich des Internationalen Tages der Migranten. In Ländern südlich der Sahara seien seit Januar 489 Menschen während ihrer Reise gestorben. In Nordafrika registrierte die IOM 382 Todesfälle. Viele von ihnen seien in der Sahara verdurstet oder verhungert. Als weitere Todesursachen in Afrika und anderen Gebieten nannte Dillon Gewalt und Krankheiten. Die IOM schätzt, dass die Dunkelziffer bei den Todesfällen unter Migranten wesentlich höher liegen dürfte.

Reisebeschränkungen wirken auch auf Migration

Die Corona-Pandemie hat sich damit offenbar auf die Zahl der Flüchtenden ausgewirkt. Rund um die Welt sind nach Angaben der IOM rund 90.000 verschiedene Reisebeschränkungen und -verbote in Kraft, um die Pandemie einzudämmen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Dezember 2020 um 12:00 Uhr.