Flüchtlinge aus Venezuela | Bildquelle: AP

Migration in Südamerika Tausende flüchten aus Venezuela

Stand: 26.08.2018 05:02 Uhr

Kurz vor Inkrafttreten verschärfter Grenzkontrollen sind Tausende aus dem Krisenstaat Venezuela nach Peru geflüchtet. Ecuador muss seine Grenzen wieder öffnen, nachdem das Land eine Einreisebeschränkung verhängt hatte.

Tausende Menschen sind aus dem Krisenstaat Venezuela nach Peru geflüchtet. Die Ausreisen erfolgten kurz vor Inkrafttreten verschärfter Grenzkontrollen. Es kam zu langen Schlangen am Grenzübergang zwischen Ecuador und der nordperuanischen Stadt Tumbes, wie örtliche Medien berichteten.

Inzwischen dürfen nur noch Venezolaner im Besitz eines Reisepasses in das Andenland einreisen. Außenminister Néstor Popolizio kündigte aber an, auch die Vergabe von "humanitären Visa" zu prüfen, um Venezolanern ohne Reisepass die Einreise zu erleichtern. Viele Venezolaner besitzen nur Personalausweise. Wegen der akuten Wirtschafts- und Versorgungskrise im einst reichen Erdölstaat erhalten Venezolaner nur schwer Reisepässe.

Mit den verschärften Einreisebestimmungen will Peru seinen Angaben zufolge nicht die Zahl der einreisenden Venezolaner reduzieren, sondern lediglich die Einwanderung "besser organisieren und sicherer machen".

Nach peruanischen Behördenangaben überquerten bislang täglich rund 3000 Migranten auf der Flucht vor Hunger und Elend die Grenze.

Gericht kippte Einreisebeschränkung in Ecuador

Ecuador musste seine Grenzen für Flüchtlinge aus Venezuela wieder öffnen. Ein Gericht kippte am Freitag die seit einer Woche bestehende Einreisebeschränkung, nach der Venezolaner nur mit einem gültigen Pass einreisen durften.

Die Bürgerbeauftragte Ecuadors war gerichtlich gegen die Einreisebeschränkung vorgegangen. Diese verletze das Recht auf einen Zufluchtsort und die Einheit der Familie, hatte Gina Benavides argumentiert. Die Regierung erklärte, das Urteil anzuerkennen. Innerhalb von 45 Tagen muss das Außenministerium nun einen umfassenden Plan für die Flüchtlingsströme entwickeln. Zuletzt hatten täglich bis zu 5000 Venezolaner die Grenze von Kolumbien nach Ecuador überquert.

Die ecuadorianische Regierung richtete zudem einen humanitären Korridor für Venezolaner ein, die weiter nach Peru reisen wollten.

Bereits 2,3 Millionen Venezolaner geflüchtet

Nach UN-Schätzungen sind bereits 2,3 Millionen Venezolaner wegen der schweren wirtschaftlichen und politischen Krise ins Ausland geflohen. Das entspricht mehr als sieben Prozent der Bevölkerung.

Kolumbien nahm die meisten Flüchtlinge auf und gewährte rund 800.000 Migranten einen befristeten Aufenthalt. Mitte September soll auf Einladung von Ecuador über ein abgestimmtes Handeln in der Flüchtlingskrise beraten werden. Die Länder der Region sind zunehmend überfordert. Zuletzt kam es in Nordbrasilien zu fremdenfeindlichen Übergriffen gegen venezolanische Migranten.

Flucht aus Venezuela: Nachbarländer verschärfen Einreisebestimmungen
tagesschau24 09:00 Uhr, 26.08.2018, Xenia Böttcher, ARD Mexiko Stadt

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. August 2018 um 05:21 Uhr.

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