Migranten auf dem Mittelmeer | Bildquelle: REUTERS

Mittelmeerroute Mehr als 100.000 Migranten in diesem Jahr

Stand: 06.11.2018 14:16 Uhr

Weiterhin kommen deutlich mehr Migranten über das Mittelmeer nach Europa als vor der Flüchtlingskrise. Spanien ist zum wichtigsten Anlaufpunkt geworden.

In den ersten zehn Monaten des Jahres sind knapp 100.000 Migranten über das Mittelmeer nach Europa gekommen. Damit sei im fünften Jahr in Folge die Marke von 100.000 Menschen überschritten worden, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) Genf mit.

Allerdings haben zwischen Januar und Oktober weniger Menschen in Booten die europäischen Küsten erreicht als in den Vergleichszeiträumen der beiden Vorjahre. So sind 2017 noch 155.000 Migranten und Flüchtlinge über Mittelmeer gekommen. Von Januar bis Anfang November 2016 waren es knapp 338.000.

Die IOM erklärt den Rückgang mit der verschärften Migrationspolitik vieler europäischer Staaten, wie etwa der Schließung der Balkanroute und der Sperrung von Häfen für private Seenotrettungsschiffe.

Die meisten Menschen stammen aus Afrika

Die Fluchtroute der Migranten über das Mittelmeer verlagert sich immer mehr nach Spanien. Während 2013 nur knapp 3000 Menschen über spanische Küsten nach Europa kamen, waren es im laufenden Jahr bereits rund 49.000 und damit fast so viele wie in Griechenland und Italien zusammen. Im Oktober kamen Spanien erstmals mehr als 10.000 Menschen innerhalb eines Monats an

Nach Griechenland schafften es in den vergangenen zehn Monaten knapp 28.000 Menschen, während etwa 22.000 nach Italien kamen.

Die meisten Menschen, die dieses Jahr Europa über den Seeweg erreichten, stammen laut IOM aus Afrika. Unter ihnen sind aber auch Iraker und Pakistaner. Die Menschen fliehen vor Gewalt, Armut und Perspektivlosigkeit in ihren Heimatländern.

Bei der gefährlichen Überfahrt in seeuntauglichen Schlepperbooten sind in diesem Jahr mehr als 2000 Kinder, Frauen und Männer ums Leben gekommen.

Auch heute ertranken vor der Küste Spaniens mindestens 17 Migranten aus Afrika im Mittelmeer. Mehr als 100 Menschen konnten laut der Küstenwache gerettet werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. November 2018 um 13:00 Uhr.

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