Migranten wurden in einem Kühlcontainer gefunden, Vlaardingen, Niederlande, 19.11.2019 | Bildquelle: MARCO DE SWART/EPA-EFE/REX

Flucht nach Großbritannien Migranten im Kühlcontainer entdeckt

Stand: 20.11.2019 17:33 Uhr

Um nach Großbritannien zu gelangen, harrten 25 Migranten im Inneren eines Kühlcontainers aus. Sie wurden erst entdeckt, als sie ein Loch in den Container schlugen. Bei dem Vorfall kam niemand ums Leben.

Vier Wochen nach dem dramatischen Fund von 39 Leichen in einem Kühllaster in Großbritannien sind erneut Migranten in einem Kühlcontainer entdeckt worden. Die 25 Menschen wurden auf einer Nordseefähre gefunden, die auf dem Weg von Vlaardingen bei Rotterdam in den Niederlanden ins englische Felixstowe war. Unter ihnen waren auch sechs Minderjährige, wie die Rotterdamer Polizei mitteilte. Nach Angaben der dänischen Reederei erlitten sie Unterkühlungen.

Am 23. Oktober waren in einem Kühllaster in einem Ort in der Grafschaft Essex nahe London 39 Leichen entdeckt worden. Vermutlich sollten die 31 Männer und acht Frauen versteckt im Laderaum des Lasters ins Land gebracht werden. Ein Schiff hatte den Container zuvor von Belgien nach England gebracht. Die Opfer stammten aus Vietnam. Im Zusammenhang mit dem Fall wurden mehrere Menschen in Vietnam, Großbritannien und Irland festgenommen.

Keine Todesfälle

Im Gegensatz zu dem Fall von vor vier Wochen ging der Zwischenfall auf der Frachtfähre "Britannia Seaways" glimpflicher aus. Die Migranten hätten versucht, versteckt in dem gekühlten Sattelauflieger an Bord des Schiffes von den Niederlanden nach Großbritannien zu gelangen, teilte die Reederei der Deutschen Presse-Agentur mit. Sie seien während der Überfahrt am Dienstagnachmittag entdeckt worden, nachdem sie ein Loch in den Lkw-Auflieger geschlagen hatten.

In einem Bus sitzen Migranten, die kurz zuvor aus einem Kühlcontainer gerettet worden sind. | Bildquelle: MARCO DE SWART/EPA-EFE/REX
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Ein Bus transportiert die geretteten Menschen ab

Das Schiff kehrte daraufhin nach Vlaardingen zurück, wo Polizei und Rettungskräfte die Menschen in Empfang nahmen. 23 von ihnen kamen nach einer ärztlichen Untersuchung auf eine Polizeiwache, zwei zur medizinischen Behandlung ins Krankenhaus.

Identität der Migranten noch unklar

Nach Angaben der Rotterdamer Polizei stammten die Migranten diesmal wahrscheinlich überwiegend aus Kuwait und dem Irak. Die Identitätsbestimmung sei allerdings noch nicht abgeschlossen, deshalb könne man die Herkunft noch nicht mit aller Sicherheit bestätigen.

Der Fahrer des Kühllasters wurde festgenommen. Zunächst war unklar, ob der 39-jährige Rumäne von den Menschen in dem Kühlauflieger gewusst hatte. Der Lkw wurde beschlagnahmt.

Nach Informationen der niederländischen Zeitung "AD" versuchten in den vergangenen Jahren immer mehr Menschen, vom Rotterdamer Hafen illegal nach Großbritannien zu kommen. Im vergangenen Jahr wurden demnach 1371 Menschen bei dem Versuch aufgegriffen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. November 2019 um 06:05 Uhr.

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