Paul Allen | Bildquelle: imago/ZUMA Press

Microsoft-Mitbegründer Allen Abschied vom "Mann der Ideen"

Stand: 16.10.2018 10:49 Uhr

Er war der Träumer, der Gegensatz zum kühlen Bill Gates: Microsoft-Mitbegründer Paul Allen. Was aber kaum jemand weiß: Die Karriere des Milliardärs fußte auf einem Täuschungsmanöver.

Von Nicole Markwald, ARD-Studio Los Angeles

Genau genommen begann der Erfolg für Paul Allen und Bill Gates mit einer großen Flunkerei. Ende 1974 wurde der Computer Altair vorgestellt. Allen und Gates, die sich Jahre zuvor an einer Privatschule in Seattle trafen, erkannten das Potential des kleinen Geräts: Es machte möglich, dass Computer zur Massenware wurden.

Sie schlugen dem Hersteller vor, eine Software zu schreiben, erzählte Paul Allen 2011 in einem seiner seltenen Interviews dem Fernsehsender CBS. Und obwohl sie zum Zeitpunkt ihres Vorschlags nichts in der Hand hatten, programmierten sie acht Wochen lang fieberhaft, ohne ihre Software testen zu können.

Die Belegschaft von Microsoft im Jahr 1978.
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Die Belegschaft von Microsoft im Jahr 1978 mit den beiden Microsoft-Gründern Bill Gates (erste Reihe, l) und Paul Allen (erste Reihe, r).

Mit 2+2=4 zum Erfolg

Als Allen dann zum Termin erschien, hatte er Glück. Er tippte 2+2, und nach dem Drücken der Enter-Taste erschien das richtige Ergebnis: 4. "Eine Welle der Erleichterung erfasste mich", erinnerte sich Allen. "Ich konnte nicht glauben, dass es zum ersten Mal funktioniert hat."

Gut vier Monate später gründeten die Männer Microsoft. Allen blieb nur acht Jahre lang an Bord - eine Zeit, die geprägt war von ihm als kreativen Träumer und Bill Gates als eiskaltem Pragmatiker. So formulierte es Allen in seiner Autobiografie "Idea Man".

In dieser Zeit wuchs Microsoft zum Software-Giganten, nachdem sich IBM entschieden hatte, das Betriebssystem für den ersten PC nicht selbst zu entwickeln, sondern bei der Firma der Beiden einzukaufen. In den frühen 1990er-Jahren wurden bei mehr als 90 Prozent aller Computer das Windows-Betriebssystem und Microsoft Word eingesetzt.

Microsoft-Mitgründer Paul Allen an Krebs gestorben
tagesschau 20:00 Uhr, 16.10.2018, Stefan Niemann, ARD Washington

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Viele Leidenschaften, viele Herzensangelegenheiten

Als Paul Allen das Unternehmen 1983 nach seiner ersten Krebsdiagnose verließ, gehörte ihm ein Drittel. Er war einer der reichsten Männer der Welt - und machte sich daran, dieses Geld zu investieren und auszugeben: Der Sportfan kaufte das Football-Team Seattle Seahawks und das Basketballteam Portland Trail Blazers. Er gründete das Forschungsinstitut Allen Institute.

Seine Geschäfte und wohltätigen Aktivitäten führte er über das Unternehmen Vulcan Inc.. "Ebola aufzuhalten lag ihm am Herzen, Artenschutz, der Zustand der Meere, Klimawandel, Infektionskrankheiten", fasst der derzeitige Hauptgeschäftsführer von Vulcan Inc., Bill Hilf, die Interessen des Microsoft-Mitbegründers zusammen. "Das war das Tolle an der Arbeit mit Paul Allen: die Breite seiner Interessen und der Themen, auf die er einen Einfluss nehmen wollte."

Paul Allen spielt im Jahr 1997 Elektro-Gitarre. | Bildquelle: AP
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Paul Allen hatte viele Passionen: Sowohl die Musik...

Paul Allen feiert 2014 nach dem Super-Bowl-Spiel seiner Seattle Seahawks. | Bildquelle: AP
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... als auch der Sport begeisterten ihn.

Allen war auch ein passionierter Musiker, der einst die Woodstock-Gitarre von Jimmy Hendrix für 750.000 Dollar erstand. Er investierte ebenso in das Filmstudio Dreamworks und gründete in Seattle das Museum of Pop Culture.  

Besiegte den Krebs zweimal

Bereits zweimal hatte Allen den Lymphdrüsenkrebs bekämpft. Nun starb er, kurz nachdem die Krankheit erneut bei ihm entdeckt wurde. Paul Allen wurde 65 Jahre alt.

Sein ehemaliger Weggefährte Bill Gates sagte: "Paul war ein wahrer Partner und guter Freund -  von unseren frühen Tagen an der Lakeside School, über unsere Partnerschaft bei der Gründung von Microsoft bis zu gemeinsamen philanthropischen Projekten. Die Arbeit mit PCs würde ohne ihn nicht existieren."

Microsoft-Mitbegründer Paul Allen verstorben

16.10.2018 10:42 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. Oktober 2018 um 12:00 Uhr.

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