Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador | REUTERS

Nach Ankündigung von US-Zöllen Mexiko will keinen Handelskrieg

Stand: 01.06.2019 18:08 Uhr

Mexikos Präsident Lopez Obrador sieht sein Land durch US-Präsident Trump unfair behandelt. Trotz der Zolldrohungen aus dem Nachbarland will er aber nicht in einen Handelskrieg mit den USA treten.

Der mexikanische Präsident Andres Manuel Lopez Obrador hat den USA wegen der Zolldrohungen eine "unfaire Behandlung" vorgeworfen und hofft dennoch auf eine Einigung. "Wir werden nicht in einen Handelskrieg treten", sagte er.

Er sei ermutigt, dass die USA zum Dialog bereit seien und rechne mit einem guten Ergebnis bei den für Mittwoch geplanten Gesprächen mit den USA. US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag überraschend Importzölle auf sämtliche mexikanische Waren angekündigt, um das südliche Nachbarland zu Maßnahmen gegen illegale Migration zu zwingen.

Lopez Obrador sagte dazu, sein Land habe diese unfaire Behandlung nicht verdient. Auf die Frage, was die mexikanische Regierung unternehmen werde, wenn am 10. Juni die US-Zölle verhängt werden sollten, antwortete er: "Wir haben einen Plan, um sicherzustellen, dass das Land nicht verarmt." Es werde keine Krise geben, auch keine Finanzkrise.

Mexikos Außenminister Marcelo Ebrard teilte auf Twitter mit, er werde am Mittwoch in Washington seinen US-Kollegen Mike Pompeo treffen, "um den Konflikt zu lösen". Ebrard betonte die Dialogbereitschaft seines Landes, er schrieb aber auch: "Wir werden Mexikos Würde verteidigen."

Kritik auch aus den USA

Auch in den USA stoßen Trumps Pläne auf Kritik: "Die Einführung von Zöllen auf Waren aus Mexiko ist genau der falsche Schritt", heißt es in einem Statement der US-Handelskammer Chamber of Commerce. "Diese Zölle werden von amerikanischen Familien und Unternehmen gezahlt, ohne dass sie irgendetwas dafür tun, die sehr real existierenden Probleme an der Grenze zu lösen."

Nach Informationen der "Washington Post" hatte sich Trump mit seiner Drohung gegen Mexiko explizit gegen den Rat mehrerer Berater im Weißen Haus durchgesetzt. Unter anderem soll der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer versucht haben, ihn davon abzubringen. Die Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, bescheinigte Trump fehlende Kenntnisse und eine schlechte Politik.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. Mai 2019 um 20:00 Uhr.