Mexikanische Polizisten mit Gewehren

Offizielle Verluste bei Mexikos Polizei Wenn Tausende Waffen verschwinden

Stand: 01.08.2016 01:03 Uhr

Mexikos Kriminelle, vor allem die Drogenkartelle, verfügen über hochmoderne Pistolen und Sturmgewehre. Dazu trägt auch die Polizei bei. Bei den Sicherheitsbehörden verschwanden binnen zehn Jahren Tausende Waffen in dunklen Kanälen.

Von Stephan Lina, ARD-Studio Mexiko-Stadt

Halbautomatische Pistolen von Herstellern wie Glock, Schrotflinten, Sturmgewehre. In den vergangenen zehn Jahren sind bei Mexikos Polizeibehörden mehr als 13.000 Feuerwaffen in dunklen Kanälen verschwunden, wie die Zeitung "El Universal" berichtet . Sie wurden von Polizisten als verloren gemeldet, oder sie wurden gleich kistenweise aus den staatlichen Arsenalen gestohlen, wie es offiziell heißt.

Großteil der Waffen weiterverkauft

Mexikanische Fachleute gehen allerdings davon aus, dass der Großteil der Waffen an kriminelle Organisationen weiterverkauft wurde. Die Sicherheitsbehörden des Landes gelten als hochgradig korrupt. Gerade in ländlichen Regionen sind vor allem die kommunalen Polizisten schlecht bezahlt und damit ein leichtes Opfer für Bestechungsgelder. Zumal sie oft ihr Leben riskieren, wenn sie nicht gemeinsame Sache mit der Drogenmafia machen.

Diese ist inzwischen schwer bewaffnet. Bei Anschlägen auf verfeindete Gangs oder Journalisten, Richter und widerspenstige Bürgermeister kommen oft nagelneue Sturmgewehre zum Einsatz, die eigentlich an Polizeibehörden geliefert wurden.

Darstellung: