Mexiko und die USA verhandeln über die Eindämmung von Flüchtlingsströmen aus Zentralamerika. | Bildquelle: AFP

US-Zölle wegen Migranten Mexikos Charmeoffensive bleibt erfolglos

Stand: 07.06.2019 05:11 Uhr

US-Präsident Trump droht Mexiko mit Strafzöllen, wenn das Land nicht umgehend und rigoros Migranten aus Zentralamerika an der Durchreise gen Norden hindert. Mehrtägige Verhandlungen in Washington blieben nun erfolglos.

Die USA und Mexiko sind sich bei ihren Verhandlungen über eine verstärkte Grenzsicherung zur Vermeidung angedrohter US-Sonderzölle gegen das Nachbarland nicht entscheidend näher gekommen. "Stand jetzt, treten die Zölle am Montag in Kraft", sagte US-Vizepräsident Mike Pence vor Reportern.

Die Ergebnisse der Gespräche am Donnerstag sollen ausgewertet und Präsident Donald Trump vorgelegt werden, der letztlich die Entscheidung treffen müsse. Mexiko habe sich bewegt, aber noch nicht ausreichend, sagte Pence. "Mexiko muss deutlich mehr tun, um diese Krise an unserer Grenze zu beenden", sagte er. Er räumte ein, dass auch in den USA gesetzgeberischer Nachholbedarf herrsche.

Fünf Prozent Strafzölle drohen

Außenminister Marcelo Ebrard kündigte nach dem Treffen in Washington an, dass sein Land 6000 Nationalgardisten an die Südgrenze zu Guatemala senden werde. Drogenbanden und Menschenhändler nutzten Schlupflöcher in der US-Gesetzgebung, um Menschen in die USA zu schleusen. Trump hatte angedroht, alle Wareneinfuhren aus Mexiko mit einem Strafzoll von fünf Prozent zu belegen, wenn das Nachbarland nicht schnellstens schärfere Maßnahmen zur Grenzsicherung einleite. Schrittweise könnten die Zölle sogar auf 25 Prozent steigen.

Die Maßnahme gilt auch in den USA als höchst umstritten. Seit Tagen verhandelt Mexikos Außenminister Marcelo Ebrard in Washington, um die Drohung abzuwenden. Unter anderem könnte sich Mexiko darauf einlassen, Asylbewerber, die in die USA wollen, aufzunehmen. Außerdem soll die Südgrenze in Richtung Guatemala deutlich stärker als bisher gesichert werden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 07. Juni 2019 um 02:00 Uhr.

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