Flüchtlinge durchbrechen Grenzwall USA/Mexiko | Bildquelle: REUTERS

Einsatz von Tränengas Mexiko fordert Untersuchung von USA

Stand: 27.11.2018 04:26 Uhr

Nachdem US-Grenzschützer Tränengas auf mittelamerikanische Migranten geschossen haben, fordert Mexiko eine Untersuchung der Vorfälle. US-Präsident Trump verteidigt das Vorgehen.

Nach dem Einsatz von Tränengas durch US-Beamte gegen mittelamerikanische Migranten an der Grenze fordert Mexiko jetzt von den USA Aufklärung. Es werde erwartet, dass die USA den Einsatz von "nicht tödlichen Waffen" in Richtung Mexiko gründlich untersuche, teilte das mexikanische Außenministerium in einer diplomatischen Note an die US-Botschaft in Mexiko-Stadt mit.

Am Sonntag hatten Hunderte Migranten in der mexikanischen Grenzstadt Tijuana versucht, illegal die Grenze zu den USA zu überwinden. Die mexikanische Polizei versuchte vergeblich, sie zu stoppen.

Rund 50 Menschen kletterten auf einen Blechwall, der noch auf mexikanischem Gebiet vor der US-Grenzmauer steht. US-Sicherheitskräfte schossen Tränengas auf die mexikanische Seite. Die amerikanischen Behörden schlossen den Übergang für mehrere Stunden.

Mutter mit Töchtern nach Tränengaseinsatz an der Grenze zwischen Mexiko und den USA | Bildquelle: REUTERS
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Eine Mutter flüchtet mit ihren Töchtern vor dem Tränengas.

Trump verteidigt Grenzschützer

US-Präsident Donald Trump verteidigte unterdessen das harte Vorgehen der amerikanischen Sicherheitsbehörden. Man werde keinerlei Angriffe auf Grenzschutzbeamte dulden und auch keine Versuche tolerieren, Regierungseigentum zu zerstören, sagte Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat Mississippi.

Frühere US-Regierungen hätten die Grenzen anderer Länder verteidigt, aber nicht die eigenen. Das sei nun anders. "Wir senden eine deutliche Botschaft an die Karawane und die Eindringlinge: "Dreht um, geht nach Hause zurück".

Trump verteidigte auch den Einsatz von Tränengas durch die Grenzschützer. "Sie mussten es einsetzen, weil sie von einigen sehr toughen Leuten bedrängt wurden, und sie haben Tränengas eingesetzt", sagte Trump vor Journalisten. "Und hier ist der Punkt: Niemand kommt in unser Land, es sei denn, sie kommen auf legale Weise rein."

Hunderte Migranten stürmen mexikanische Grenze zu den USA
tagesschau 20:00 Uhr, 26.11.2018

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Frauen und Kinder "selbst schuld"

Bei einer Diskussionsrunde im Staat Mississippi deutete Trump an, dass Frauen unter den Migranten selbst schuld seien, dass sie und ihre Kinder Tränengas ausgesetzt wurden. Er frage sich, warum Mütter sich und ihre Kinder in Gefahr begeben hätten. "Da muss man wirklich sagen: Warum rennt ein Elternteil in ein Gebiet, von dem sie wissen, dass sich da Tränengas bildet und dass es gebildet wird und rennen da mit einem Kind hin?"

Ohne Beweise vorzulegen, behauptete der Präsident zudem, dass einige Migranten gar nicht die Eltern der betroffenen Kinder gewesen seien. Vielmehr seien es Leute, die sich ein Kind "schnappen", damit sie eine bessere Aussicht auf Asyl in den USA hätten.

Mexiko will Engagement fortsetzen

Mexiko kündigte an, die an den Unruhen beteiligten Migranten in ihre Heimatländer abzuschieben. Der lateinamerikanische Staat bekräftigte demnach außerdem sein Engagement, die Menschenrechte und die Sicherheit der Migranten jederzeit zu schützen.

Die Menschen stammen aus Honduras, El Salvador und Guatemala und sind vor Gewalt und Armut geflohen. Sie hoffen auf Asyl in den USA.

Angespannte Lage in Tijuana – Migranten fürchten Abschiebung
Anne-Katrin Mellmann, ARD Mexiko City
27.11.2018 13:40 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. November 2018 um 08:00 Uhr.

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