Angehörige machen in Mexiko auf das Schicksal der 43 verschwundenen Studenten aufmerksam | Bildquelle: AP

Mexiko Neue Suche nach vermissten Studenten

Stand: 04.12.2018 14:16 Uhr

Der neue mexikanische Präsident López Obrador will einen weiteren Versuch starten, das Verschwinden von 43 Studenten im Jahr 2014 aufzuklären. Eine Wahrheitskommission soll neue Erkenntnisse bringen und die Schuldigen finden.

Es die Umsetzung eines Wahlversprechens und der Versuch, ein wahrscheinlich beispielloses Verbrechen aufzuklären: Mexikos neuer Präsident Andrés Manuel López Obrador hat eine Untersuchungskommission zum Verschwinden von 43 Studenten vor vier Jahren eingerichtet. López Obrador unterzeichnete ein entsprechende Dekret. Der Fall werde so lange weiterverfolgt, bis die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden und "alle Mexikaner wissen, was tatsächlich passiert ist", versprach er.

Die Kommission soll jetzt binnen 30 Tagen zusammengesetzt werden. Mitwirken sollen Eltern der verschwundenen Studenten, Regierungsmitglieder und Experten.

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Alle Mexikaner sollten wissen, "was tatsächlich passiert ist", verspricht Präsident Obrador.

Seit vier Jahren verschwunden

Die 43 Studenten eines ländlichen Lehrerseminars im südmexikanischen Ayotzinapa waren im September 2014 verschwunden, als sie zu einer Demonstration in Mexiko-Stadt reisen wollten. Seither fehlt von ihnen jede Spur.

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft wurde die Gruppe im Süden des Bundesstaates Guerrero von korrupten Polizisten verschleppt und an die Drogenbande Guerreros Unidos ausgeliefert. Bandenmitglieder sollen sie für Angehörige eines verfeindeten Kartells gehalten, auf einer Müllkippe ermordet und verbrannt haben.

Beweismaterial unterschlagen?

Die Angehörigen werfen den Behörden vor, Beweismaterial unterschlagen und Ermittlungen bewusst verhindert zu haben. Auch unabhängige Experten der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte zweifelten die Ergebnissen der offiziellen Ermittlungen an. 

Die Regierung von López Obradors Vorgänger Enrique Peña Nieto wurde wegen der schleppenden Aufarbeitung des Falls international kritisiert. Insbesondere das Militär hatte sich dagegen gewehrt, dass dessen Rolle in der Tatnacht aufgeklärt wird.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Dezember 2018 um 14:00 Uhr.

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