Das Präsidentenflugzeug Mexikos steht in einem Hangar in Mexiko-Stadt (Archivbild). | Bildquelle: dpa

Mexikos Präsidentenmaschine Das Luxusflugzeug, das keiner will

Stand: 14.01.2020 23:20 Uhr

Es sollte das Sinnbild seines Sparkurses sein: Mexikos Präsident hatte 2018 den Verkauf der luxuriösen Präsidentenmaschine angekündigt. Da sich jedoch kein Käufer findet, muss Mexiko viel Geld zahlen.

Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador stößt bei seinem Sparprogramm auf ein unerwartetes Problem. Für die Präsidentenmaschine Boeing 787 findet sich auch nach 13 Monaten noch immer kein Käufer. Das von seinem Vorgänger angeschaffte Luxusflugzeug sollte das Prunkstück im Sparprogramm von López Obrador sein. Gleich nach seinem Amtsantritt hatte er im Dezember 2018 den Verkauf der Maschine in die Wege geleitet. Der Linkspopulist gibt sich sparsam - er reist nie ins Ausland und nutzt innerhalb Mexikos Linienflüge.

Nachdem das Flugzeug über ein Jahr lang in den USA zum Verkauf gestanden habe, solle es jetzt nach Mexiko zurückgeholt werden, sagte López Obrador. Kaufinteressenten hätten die dafür verlangten 130 Millionen Dollar (rund 117 Millionen Euro) nicht auftreiben können - trotz Vermittlung der UN. Stattdessen musste Mexiko den Angaben zufolge bislang 1,5 Millionen Dollar (rund 1,3 Millionen Euro) für die Aufbewahrung der Maschine in Kalifornien zahlen.

Mexikos Präsident López Obrador hält die Verkaufsbroschüre der Präsidentenmaschine in den Händen. | Bildquelle: via REUTERS
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Trotz Verkaufsbroschüre fand Mexikos Präsident López Obrador keinen Käufer für seine Präsidentenmaschine.

Verkaufserlös sollte Armen zugutekommen

López Obrador hatte im Rahmen seiner Sparpolitik angekündigt, Luxustransportmittel zu verkaufen und das Geld in Programme zur Armutsbekämpfung zu stecken. Der Linkspopulist hat auch seinen Ministerinnen und Ministern Privatflugzeuge verboten. Er selbst fährt wann immer möglich Auto. Am Wochenende kursierte ein Foto, auf dem er am Straßenrand auf die Reparatur einer Reifenpanne wartete.

Für seinen "Dreamliner"-Flieger hat der Staatschef neue Ideen. Die Maschine mit dem stolzen Namen "José María Morelos y Pavón" verfügt über eine Präsidentensuite mitsamt Bad und hatte bei ihrer Anschaffung für López Obradors Vorgänger, Enrique Peña Nieto, rund 219 Millionen Dollar gekostet.

Mexikos Präsident Andres Manuel Lopez Obrador steht an einem Rednerpult - im Hintergrund ist auf einem Foto das Präsidentenflugzeug zu sehen. | Bildquelle: Mario Guzman/EPA-EFE/REX
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López Obrador zeigte bei seiner Pressekonferenz Fotos aus dem Inneren der luxuriösen Präsidentenmaschine.

Neue Pläne für die Präsidentenmaschine

Sie soll nun an ein Firmenkonsortium verkauft werden, dessen Mitglieder sie gemeinsam nutzen. Immerhin verfüge sie über "unvergleichliche VIP-Kapazität", die sonst nur Staatsoberhäuptern zur Verfügung stehe, heißt es in einer Broschüre, die López Obrador stolz präsentierte. Zur Not soll das Flugzeug vermietet oder gegen andere Güter eingetauscht werden - in der Hoffnung, dass wenigstens der noch ausstehende Rest des Kaufpreises wieder hereinkommt.

Zugleich kündigte López Obrador an, 39 Regierungshubschrauber sowie 33 Privat- und Kleinflugzeuge zu versteigern. In einer ersten Auktion sollen 19 Flugzeuge und neun Hubschrauber unter den Hammer kommen und mehr als eine Milliarde Dollar einbringen. Die Luxusmaschinen stünden im krassen Gegensatz zur Armut, die in Mexiko herrsche, sagte der 66-jährige Präsident.

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