Kerzen erinnern an die verschleppten Studenten in Mexiko.

Nach Mord an 43 Studenten in Mexiko Igualas Vize-Polizeichef festgenommen

Stand: 08.05.2015 11:24 Uhr

Nach der Ermordung von 43 Studenten im mexikanischen Iguala ist der Vize-Polizeichef der Stadt festgenommen worden. Er soll die Studenten an eine Drogen-Bande übergeben haben, die sie anschließend ermordete, die ihm rund 35.000 Euro pro Monat an Schweigegeld zahlte. Der Beamte war seit Bekanntwerden der Tat im September flüchtig.

Im Fall der 43 in Mexiko verschleppten Studenten ist ein flüchtiger Vize-Polizeichef festgenommen worden. Die Bundespolizei habe den früheren Beamten der städtischen Polizei im südmexikanischen Iguala, Francisco Salgado, gefasst, teilte das mexikanische Innenministerium mit. Der Zugriff erfolgte demnach in Cuernavaca, rund 90 Kilometer südlich von Mexiko-Stadt.

Dem 41-jährigen Polizisten wird vorgeworfen, an der Festnahme der Studenten und deren Übergabe an eine Drogen-Bande beteiligt gewesen zu sein. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft kassierte Salgado von der Drogenbande rund 35.000 Euro monatlich, um seine schützende Hand über sie zu halten. Zudem sei bei dem Beamten, der seit sieben Monaten auf der Flucht war und sich bei Verwandten versteckte, ein Sturmgewehr gefunden worden.

Landesweite Proteste

Die Ermordung der Studenten hatte damals in Mexiko eine Protestwelle ausgelöst. Laut Staatsanwaltschaft hatte der Bürgermeister von Iguala der Polizei im September befohlen, die Lehramtsstudenten abzufangen. Demnach kooperierte er, genau wie seine Frau und mehrere Polizeiangehörige, mit dem Drogenkartell.

Die 43 Studenten wollten damals offenbar eine Rede der Frau des Bürgermeisters stören. Daraufhin wurden sie von der städtischen Polizei laut Staatsanwaltschaft festgenommen und an das Drogenkartell Guerreros Unidos übergeben. Diese hätten die jungen Menschen ermordet und ihre Leichen verbrannt.

Demonstranten erinnern an die verschleppten Studenten in Mexiko.
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Die Ermordung der Studenten hatte landesweite Proteste ausgelöst. Auch die Regierung von Staatschef Enrique Peña Nieto sieht sich in der Sache massiver Kritik ausgesetzt.

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