Sicherheitskräfte sichern die Gegend um die explodierte Pipeline im mexikanischen Bundesstaat Hidalgo. | Bildquelle: AFP

Mexiko Benzinleitung explodiert - 21 Tote

Stand: 19.01.2019 07:29 Uhr

Bei einer Explosion an einer Benzinleitung in Mexiko sind mindestens 21 Menschen getötet und mehr als 70 weitere verletzt worden. Sicherheitsminister Durazo setzte das Nationale Notstandskomitee ein.

Im mexikanischen Bundesstaat Hidalgo ist eine große Benzinleitung explodiert und ist daraufhin in Flammen aufgegangen. "Mir wurde gesagt, dass 21 verbrannt sind", sagte Omar Fayad, der Gouverneur des Bundesstaats. Die mindestens 71 Verletzten würden in Krankenhäusern behandelt. Fayad sagte, er sei auf dem Weg zum Unfallort.

An der Pipeline hätten sich im Moment der Explosion mehrere Hundert Menschen befunden, berichteten lokale Medien. Die Opferzahl könnte deshalb noch steigen.

Karte Mexiko mit dem Bundesstaat Hidalgo und Mexiko-Stadt
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Der Bundesstaat Hidalgo befindet sich nordöstlich von Mexiko-Stadt.

Nationales Notfallkomitee eingesetzt

Der Minister für öffentliche Sicherheit Mexikos, Alfonso Durazo, teilte mit, er habe angesichts des Notfalls unverzüglich das Nationale Notstandskomitee eingesetzt, um die betroffene Bevölkerung schnell zu versorgen.

Der staatliche Mineralölkonzern Pemex teilte mit, sein Fachpersonal stehe bereit und stimme sich mit Bundes- und Kommunalbehörden ab. Die Explosion sei eine Folge von Manipulationen an der Leitung beim illegalen Anzapfen gewesen - die Benzinversorgung der Hauptstadt sei nicht gefährdet.

Benzindiebstahl nach Leitungsleck

An der Leitung in der Stadt Tlahuelilpan etwa 50 Kilometer nördlich von Mexiko-Stadt hatte sich demnach zuvor ein Leck gebildet. Anwohner der Gegend hatten sich genähert, um das Benzin in Eimern oder Kanistern mitzunehmen.

Hidalgos Gouverneur rief nach dem Unfall die Bevölkerung auf, sich nicht am Benzindiebstahl zu beteiligen. Es sei lebensgefährlich, warnte Fayad auf Twitter. "Das ist heute in Tlahuelilpan passiert und es darf sich nicht wiederholen."

Kampf gegen Korruption im staatlichen Erdölkonzern

Vor zwei Wochen hatte die Regierung von Präsident Lopez Obrador , die seit Dezember im Amt ist, den Benzindieben und der Korruption im staatlichen Erdölkonzern Pemex den Kampf angesagt. Pipelines wurden stillgelegt, damit sie nicht angezapft werden können. Den Transport des Treibstoffs übernahmen Tanklastwagen. Dadurch kam es in vielen Bundesstaaten jedoch zu Engpässen. Vor den Tankstellen bildeten sich kilometerlange Schlangen.

Mit Informationen von Anne-Katrin Mellmann.

Über dieses Thema berichtete am 19. Januar 2019 die tagesschau um 04:37 Uhr, Deutschlandfunk24 um 06:00 Uhr in den Nachrichten und MDR Aktuell um 07:11 Uhr.

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