Präsidentschaftskandidat Lopez Obrador | Bildquelle: REUTERS

Mexikos neuer Präsident Großer Rückhalt für große Aufgaben

Stand: 02.07.2018 17:13 Uhr

Mexikos neuer Präsident Lopez Obrador hat in beiden Parlamentskammern eine solide Machtbasis. Ob das jedoch ausreichen wird, seine umfassenden Versprechen einzulösen, muss sich noch zeigen.

Von Anne-Katrin Mellmann, ARD-Studio Mexiko-Stadt

"Ich werde Euch nicht enttäuschen", ruft Andrés Manuel López Obrador, alias Amlo, der Menge auf dem Zócalo, dem zentralen Platz der Hauptstadt, zu. Die Enttäuschung der Mexikaner von den anderen - das sind die bisherigen Präsidenten der Regierungspartei der Institutionalisierten Revolution PRI und die der konservativen PAN, die in Mexikos Geschichte zwei Mal an der Macht war.

Diese Enttäuschung führtem Amlo und sein Parteienbündnis "Gemeinsam werden wir Geschichte schreiben" zum Sieg. Korruption, Gewalt, Armut - die großen Probleme des Landes sind in den vergangenen Jahren noch gewachsen.

Zu wenig Zeit für alle Ziele?

Der Pizzabäcker Benigno Burgos meint, mit Amlo werde Mexiko endlich vorankommen: "Wir vertrauen ihm. Die anderen von PRI und PAN, die uns lange kontrolliert haben, denken nicht an uns arme Leute, sondern nur an sich selbst und daran, wie sie sich die Taschen füllen können. Sie haben das Land ausgeplündert. Sehen sie nur die Gouverneure, die wegen ihrer Korruption im Gefängnis sitzen!"

Amlo werden die sechs Jahre Amtszeit für die Umgestaltung nicht reichen, sagt Burgos. "Aber er wird den Weg für einen Nachfolger bereiten, der unser Land dann weiter voran bringt."

López Obrador ist Mexikos neuer Präsident
tagesschau 12:00 Uhr, 02.07.2018, Xenia Böttcher, ARD Mexico City

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Große Aufgaben für den neuen Präsidenten

In Mexiko beginne eine neue Ära, sind sich die Zeitungen am Tag nach der Wahl weitgehend einig. Der Wahlsieger Amlo von der linken Morena-Partei hat seinen Wählern viel versprochen: Die Korruption will er beseitigen und die Gewalt beenden, die im vergangenen Jahr 29.000 Menschen das Leben gekostet hat.

Hoffnung auf nationale Versöhnung

In der Nacht nach seinem historischen Sieg, ruft er zur nationalen Versöhnung auf und richtet sich besonders an diejenigen, die in Armut leben. Das ist mehr als die Hälfte der Mexikaner:  "Ab meinem ersten Arbeitstag als Präsident wird meine Regierung unsere Wahlversprechen erfüllen: die Altersrenten im gesamten Land verdoppeln, alle in Armut lebenden Behinderten werden Sozialhilfe erhalten. Ab den ersten Tagen unserer demokratischen Regierung werden wir allen jungen Menschen in Mexiko einen Studien- und Arbeitsplatz garantieren."

Anhänger Lopez Obrador in Mexiko-Stadt | Bildquelle: AFP
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Nach den ersten Hochrechnungen strömen die Anhänger von Lopez Obrador auf dem Zocalo-Platz

Gegner erkennen Sieg an

Komfortable Mehrheiten für die radikale Umgestaltung Mexikos, von der er spricht, hat sein Parteienbündnis erreicht: In beiden Kammern des Parlaments hat es die Mehrheit der Sitze, fünf von neun Gouverneursposten, die zur Wahl standen, ebenfalls. Den Start erleichtert haben Amlo seine unterlegenen Gegner - von der Mafia der Macht, wie er sie im Wahlkampf bezeichnet hat: Die Kandidaten der etablierten Parteien gratulierten ihm schon lange vor der ersten Hochrechnung zum Sieg und erkannten das Wahlergebnis an.

Auch der wichtigste Unternehmerverband sendete Glückwünsche und sprach von einem Sieg der Demokratie. Wie das neue Kabinett aussehen soll, ist bislang nur in groben Zügen bekannt. Bis zur offiziellen Amtsübergabe vergehen noch fünf Monate. 

Mexikos neuer Präsident ist López Obrador
Anne-Katrin Mellmann, ARD Mexiko-Stadt
02.07.2018 07:28 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Juli 2018 um 12:00 Uhr.

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