Ein Taucher misst die Länge des Sac-Aktun-Unterwassersystems. | Bildquelle: REUTERS

Mexiko Gigantische Unterwasserwelt

Stand: 17.01.2018 13:37 Uhr

Nach jahrelanger Forschungsarbeit haben Wissenschaftler in Mexiko eine Verbindung zwischen zwei Höhlensystemen entdeckt. Damit haben sie die längste Unterwasserhöhle der Welt nachgewiesen. Jetzt soll die Höhle weiter erforscht werden.

Forscher haben auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán die mit knapp 350 Kilometern längste Unterwasserhöhle der Welt nachgewiesen. Sie entdeckten dabei nicht eine völlig neue Höhle, sondern konnten zeigen, dass zwei bereits bekannte Systeme miteinander verbunden sind.

Höhlentaucher unter der Regie des deutschen Wissenschaftlers Robert Schmittner arbeiteten zehn Monate in den Höhlen Sac Actun und Dos Ojos nahe dem für seine Maya-Ruinen bekannten Küstenort Tulum. Demnach vermutete Schmittner bereits seit Jahren, dass beide Höhlen miteinander verbunden sind.

Ein Taucher entdeckt einen Tierschädel in dem Unterwasser-Höhlensystem Sac Actun. | Bildquelle: REUTERS
galerie

Faszinierendes Höhlensystem: Ein Taucher entdeckt einen Tierschädel in Sac Actun.

Riesige Zahl an Höhlen

Bislang galt die südlich von Tulum gelegene Unterwasserhöhle Ox Bel Ha mit einer Länge von 270 Kilometern als die weltweit längste ihrer Art. Tulum ist unter anderem für seine Maya-Ruinen in direkter Strandnähe weltberühmt. Im gesamten Bundesstaat Quintana Roo gibt es unter der Wasseroberfläche eine Vielzahl riesiger Höhlen.

Alleine im Norden sind Forschern 358 Unterwasserhöhlensysteme bekannt. "Das war eine Arbeit von mehr als 20 Jahren, Hunderte Kilometer von Unterwasserhöhlen allen voran in Quintana Roo zu erforschen, von denen ich 14 Jahre diesem monströsen Sac Actun-System gewidmet habe", wurde Schmittner in einer Mitteilung der Organisation Gran Acuífero Maya zitiert.

Auf der Suche nach weiteren Verbindungen

Nun geht es darum, das Erforschte zu erhalten - und auch weitere Verbindungen zwischen Unterwasserhöhlen zu finden. Unter anderem wollen die Forscher des Projekts prüfen, ob zwischen Sac Actun, in deren Namen nun nach Regeln der Höhlenforschung die kleinere Dos Ojos aufgeht, und drei anderen Unterwasserhöhlen in der Nähe eine Verbindung besteht. Auch soll die Tier- und Pflanzenwelt von Sac Actun erforscht werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Januar 2018 um 14:00 Uhr in den Nachrichten und die Tagesschau um 15:00 Uhr.

Darstellung: