Schlag gegen mexikanische Drogenindustrie Drogenbaron Guzmán gefasst

Stand: 22.02.2014 19:04 Uhr

Der vermutlich meistgesuchte Drogenboss Mexikos ist festgenommen worden. Joaquín "El Chapo" Guzmán, der Chef des Sinaloa-Kartells, wurde in der Küstenstadt Mazatlán unter Beteiligung der US-Antidrogenbehörde DEA gefasst, bestätigten die mexikanischen Behörden und präsentierten den 56-Jährigen am Flughafen von Mexiko-Stadt der Öffentlichkeit.

Soldaten führen Joaquín "El Chapo" Guzmán in Mexico-City ab.
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Mexikanische Soldaten präsentieren den Gefangenen am Flughafen von Mexiko-Stadt.

Den Angaben zufolge wurde er am frühen Morgen (Ortszeit) in einer touristischen Anlage festgenommen - offenbar, ohne dass es einen Schusswechsel gab. Guzmán war seit dem Jahr 2001 auf der Flucht und wurde auch von den USA als meistgesuchter Rauschgiftbaron gelistet. "El Chapo", in mexikanischer Umgangssprache "Der Kleine", war im Jahr 1993 in Guatemala gefasst und in ein mexikanisches Hochsicherheitsgefängnis gebracht worden, aus dem ihm im Jahr 2001 die Flucht gelang. Seitdem lebte der 56-Jährige im Untergrund. Die Spekulationen über seinen Aufenthaltsort rissen nicht ab. Mal hieß es, er sei in Guatemala untergetaucht, dann wieder, er halte sich in den Bergen des nordwestlichen mexikanischen Bundesstaats Durango auf oder gar in Argentinien.

Milliardenvermögen, Millionenbelohnung

"El Chapo" kurz nach seiner Festnahme im Jahr 1983
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"El Chapo" (hier ein Foto von 1983) war 2001 aus einem Hochsicherheitsgefängnis geflohen.

In den USA war auf seine Ergreifung ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar (rund 3,8 Millionen Euro) ausgesetzt, die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft versprach eine Belohnung von 30 Millionen Pesos (rund 1,6 Millionen Euro).

Guzmáns Sinaloa-Kartell kontrolliert weite Teile des Drogengeschäfts in Mexiko. Sein Privatvermögen wird auf mehr als eine Milliarde Dollar geschätzt. In den vergangenen Monaten gelang es den mexikanischen Behörden, eine Reihe von bedeutenden Akteuren aus dem Kartell festzunehmen oder zu töten. Mit konkurrierenden Banden liefert es sich einen blutigen Krieg um die Kontrolle des Rauschgifthandels in die USA. Dabei wurden seit Ende 2006 mehr als 77.000 Menschen getötet.

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