Meteorit über Großbritannien | dpa

Meteorit über Großbritannien Hunderte beobachten Feuerball am Himmel

Stand: 01.03.2021 18:53 Uhr

Das sorgte für Aufregung bei Augenzeugen und Wissenschaftlern: Etwa 140 Kilometer nordwestlich von London ist am Sonntagabend ein Meteorit niedergegangen. Hunderte beobachteten das Spektakel.

Das ist ein eher seltenes Schauspiel: Über Großbritannien ist am Sonntagabend ein Meteorit zu sehen gewesen. Hunderte hätten den Himmelskörper beobachtet, teilte die wissenschaftliche Vereinigung UK Fireball Alliance mit. Auch in Island und den Niederlanden sei der Feuerball zu sehen gewesen. Vermutlich seien Stücke des Meteoriten nördlich der Stadt Cheltenham auf die Erde gefallen, rund 140 Kilometer nordwestlich von London. Einigen ist es gelungen, das Schauspiel zu filmen oder zu fotografieren:

Mit 48.000 km/h unterwegs

Besonders helle Meteoriten werden auch Boliden genannt. Dabei handelt es sich meist um Gestein, das mit hoher Geschwindigkeit durch den Weltraum rast. Beim Eintritt in die Erdatmosphäre stößt es auf Widerstand und wird gebremst. Dabei entstehen Wärme und Licht - dieses Phänomen ist dann am nächtlichen Himmel zu sehen. Videoaufnahmen belegten, dass der Brocken mit rund 48.000 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen sei, sagte Ashley King vom Natural History Museum in London. Das sei zu schnell, als dass es sich um menschengemachten Weltraumschrott handeln könnte.

"Es war also weder eine alte Rakete noch ein Satellit." Die Videos ermöglichten auch, die ursprüngliche Umlaufbahn um die Sonne zu rekonstruieren: Der Himmelskörper sei meist zwischen Mars und Jupiter unterwegs gewesen. "Falls Sie einen Meteoriten finden, fotografieren Sie ihn möglichst und notieren Sie die Koordinaten", bat Katherine Joy von der Universität Manchester. Berühren solle man das Gestein nicht.

Weitere Sichtungen

Erst vor einer Woche hatten zwei Schweden nordwestlich von Stockholm einen fast 14 Kilogramm schweren Eisenmeteoriten entdeckt. Dabei handelt es sich um das mutmaßliche Hauptstück eines Meteoriteneinschlags vom 7. November, wie das Naturhistorische Reichsmuseum in Stockholm mitteilte. Die Finder - beide Geologen - hatten iden Meteroriten an das Museum übergeben.

Und auch in Norwegen stürzte kürzlich ein Meteorit auf die Erde: Er schlug in der Nacht zum 5. Januar in der Nähe einer Messstation bei Løten rund 120 Kilometer nördlich von Oslo ein. Die seismologische Forschungsstiftung Norsar geht davon aus, dass er mit einer Geschwindigkeit von mehr als 50.000 Kilometern pro Stunde gen Boden raste und bis zu zwei Kilogramm schwer war.