Test | Bildquelle: REUTERS

Attacke im Bundesstaat New York Verletzte nach Messerangriff auf Juden

Stand: 29.12.2019 12:26 Uhr

Bei einem Angriff auf jüdische Gläubige im Bundesstaat New York sind fünf Menschen verletzt worden. Die Attacke fand im Haus eines Rabbiners statt. Ein Verdächtiger konnte zunächst entkommen, wurde nun aber gefasst.

Bei einem Angriff während einer Feier zum jüdischen Lichterfest Chanukka sind im US-Bundesstaat New York fünf Menschen verletzt worden. Ein Mann sei in das Haus eines Rabbiners in der Ortschaft Monsey gestürmt und habe dort auf Gäste eingestochen, teilte die Polizei mit. Zwei Verletzte befinden sich demnach in Lebensgefahr.

Augenzeuge Aron Kohn berichtete der "New York Times", er sei zum Zeitpunkt des Angriffs in dem Haus gewesen. "Er begann sofort, Menschen anzugreifen, als er durch die Tür kam. Wir hatten überhaupt keine Zeit zu reagieren", sagte der 65-Jährige. Der Angreifer sei anschließend geflohen und habe versucht, in die benachbarte Synagoge einzudringen, was ihm aber nicht gelungen sei.

Die örtliche Polizei teilte mit, der Verdächtige sei gefasst worden und werde nun vernommen. Zum möglichen Motiv wurden bislang keine offiziellen Angaben gemacht. Kurz nach der Tat hatten Augenzeugen berichtet, dass der Täter in einem Fahrzeug geflohen sei und hatten via Twitter ein Kennzeichen veröffentlicht.

Antisemitische Attacke während des jüdischen Lichterfestes in Monsey, USA
tagesschau24 09:00, 29.12.2019

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"Zutiefst verstörender" Vorfall

Der Gouverneur des Bundesstaats New York, Andrew Cuomo, verurteilte den Angriff. Er sei entsetzt über die "abscheuliche und feige Tat". In New York gebe es "keine Toleranz für Antisemitismus". Der Angreifer müsse mit "der ganzen Härte des Gesetzes" bestraft werden.

Die Justizministerin des Bundesstaats, Letitia James, zeigte sich "zutiefst verstört" ob des Vorfalls in Monsey und sicherte der jüdischen Gemeinschaft ihre Solidarität zu.

Monsey liegt im Rockland County, wo eine große jüdische Gemeinde lebt. Etwa ein Drittel der dortigen Bevölkerung sind Juden, darunter viele Orthodoxe.

Netanyahu schaltet sich ein

Weil sich die Tat gegen Juden richtete, äußerte sich auch der israelische Regierungschef. "Israel verurteilt die jüngsten antisemitischen Vorfälle und den grausamen Angriff", sagte Regierungschef Benjamin Netanyahu. "Wir werden auf jede Art mit den örtlichen Behörden zusammenarbeiten, um dabei zu helfen, diesem Phänomen ein Ende zu setzen", betonte er. "Wir bieten jedem Land unsere Hilfe an."

Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem zeigte sich "zutiefst besorgt über die Nachrichten und Bilder von dem Ort einer weiteren antisemitischen Attacke". Die Einrichtung forderte die US-Behörden dazu auf, rasch zu handeln.

Mehrere Angriffe in New York

Nach einer Reihe von Angriffen auf Juden in New York hatte die etwa 40 Kilometer südlich von Monsey gelegene US-Metropole erst kürzlich ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Zuvor hatte es mindestens fünf offensichtlich antisemitisch motivierte Angriffe während der Chanukka-Feierlichkeiten gegeben. Mit dem mehrtägigen Lichterfest gedenken Juden jedes Jahr der Neuweihe des Tempels in Jerusalem im Jahre 165 vor der christlichen Zeitrechnung.

In New York lebt mit mehreren Hunderttausend Menschen eine der größten jüdischen Gemeinschaften der Welt. Ein Großteil der sogenannten Hassverbrechen in der Stadt ist dem TV-Sender CNN zufolge antisemitisch motiviert. Bei einer Attacke auf einen jüdischen Laden vor wenigen Wochen nahe New York waren neben den beiden Angreifern drei Zivilisten und ein Polizist getötet worden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. Dezember 2019 um 07:00 Uhr in den Nachrichten.

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