Bundeskanzlerin in Japan Merkel wirbt für Freihandelsabkommen

Stand: 10.03.2015 08:56 Uhr

Zum Abschluss ihres Besuchs in Japan hat Kanzlerin Angela Merkel erneut auf den schnellen Abschluss des Freihandelsabkommens zwischen der EU und dem Inselstaat gepocht. Damit könnten Barrieren abgebaut werden, die hinderlich für wirtschaftliche Vernetzungen seien.

Es war nur ein kurzer Besuch in Japan. Die Kanzlerin nutzte ihn zum Schluss aber noch einmal dafür, um für das geplante Freihandelsabkommen zwischen dem Inselstaat und der Europäischen Union zu werben. Angesichts der zunehmenden wirtschaftlichen Vernetzung der Produktion müssten unnötige Barrieren abgebaut werden, sagte Merkel in der Stadt Kawasaki beim Besuch eines Gemeinschaftsunternehmens von Daimler und Mitsubishi zur Lastwagen-Produktion.

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Händeschütteln mit der Kanzlerin: Bei einem Werkbesuch einer Daimler-Mitsubishi-Anlage warb Merkel aber auch für ein Freihandelsabkommen.

Als Beispiel nannte sie kleine Unterschiede bei den Abgasnormen. "Vom Aufwand her bedeutet es, dass man alles doppelt machen muss", meinte sie. "Das ist eines der Beispiele, warum Freihandelsabkommen, wo sogenannte nicht-tarifäre Hemmnisse behandelt werden, sehr von Erfolg gekrönt sein könnten."

Die EU und Japan verhandeln seit 2013 über ein Freihandelsabkommen, dessen Abschluss sich Merkel bis Ende des Jahres wünscht. Deutsche Firmen beklagen, dass Japan sich mit Handelshemmnissen gegen ausländische Wettbewerber abschottet.

Viele Gemeinsamkeiten, aber auch viele Unterschiede

Merkel sagte kurz vor ihrer Rückreise nach Berlin zur Bilanz ihres kurzen Besuches in Japan: "Es gibt viele Gemeinsamkeiten, es gibt Unterschiede, aber es gibt gute Gründe, die Beziehungen (...) zu intensivieren." Das gelte nicht nur für die Wirtschaftspolitik, sondern auch für Fragen der Sicherheitspolitik und des demografischen Wandels. Letzterer mache deutlich, dass Frauen mehr gefördert werden müssten. Bei ihrem Besuch hatte sich die Kanzlerin auch mit Frauen in Führungspositionen getroffen. Die Gleichberechtigung und Förderung der Selbstständigkeit von Frauen ist für die Kanzlerin eines der zentralen Themen der deutschen G7-Präsidentschaft.

In Japan liegt der Anteil von Frauen in Führungspositionen bei unter zehn Prozent. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe will diese Zahl auf 30 Prozent bis zu den Olympischen Spielen 2020 steigern. 

Vorbereitung des G7-Gipfels

Kanzlerin Angela Merkel wird von Japans Kaiser Akihito im Kaiserpalast begrüßt.
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Kanzlerin Angela Merkel wurde von Japans Kaiser Akihito im Kaiserpalast begrüßt.

Gestern hatte sich Merkel mit Ministerpräsident Abe getroffen. Ein Themenkomplex war die Vorbereitung des G7-Gipfels im Juni in Bayern. Die Themen reichten vom Klimaschutz über Gesundheit und Sicherheit bis zu den Kriegen und Krisen in der Welt. Merkel und Abe waren sich einig, dass es wegen der Ukraine-Krise derzeit keine Möglichkeit für die Rückkehr Russlands in den Kreis der großen Industriestaaten gebe. Vor ihrem Treffen mit Ministerpräsident Abe war die Bundeskanzlerin vom japanischen Kaiser Akihito zu einer Audienz in seinem Palast empfangen worden.

Merkel war nach 2007 und 2008 zum dritten Mal in Japan.

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