Merkels Kurzbesuch in Japan Ein fester Händedruck für die Kanzlerin

Stand: 09.03.2015 09:19 Uhr

Bundeskanzlerin Merkel ist in Tokio von Ministerpräsident Abe mit militärischen Ehren empfangen worden. Die beiden Regierungschefs werden unter anderem den G7-Gipfel vorbereiten. Auch ein Roboter schüttelte der Kanzlerin die Hand.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in Tokio mit militärischen Ehren empfangen. Wegen des regnerischen Wetters fand die Zeremonie nicht unter freiem Himmel statt, sondern wurde nach innen verlegt.

Zunächst sprachen die beiden Regierungschefs im kleinen Kreis, dann in größerem Rahmen mit ihren Delegationen. Ein Komplex ist die Vorbereitung des G7-Gipfels unter deutscher Präsidentschaft im Juni in Bayern. Die Themen reichen vom Klimaschutz über Gesundheit und Sicherheit bis zu den Kriegen und Krisen in der Welt. Auch Vertreter des Deutschen Industrie- und Handelskammertages und der Japanischen Außenhandelsorganisation Jetro sind dabei.

Kanzlerin Angela Merkel wird von Japans Kaiser Akihito im Kaiserpalast begrüßt.
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Kanzlerin Angela Merkel wird von Japans Kaiser Akihito im Kaiserpalast begrüßt.

"Es können die unwahrscheinlichsten Risiken auftreten"

Zuvor war die Bundeskanzlerin vom japanischen Kaiser Akihito zu einer Audienz in seinem Palast empfangen worden. Merkel ist nach 2007 und 2008 zum dritten Mal in Japan.

Vor dem Empfang hatte die Bundeskanzlerin bei einer Diskussion mit Professoren und Studenten für die deutsche Energiewende mit dem Atomausstieg geworben. "Es können die unwahrscheinlichsten Risiken auftreten", sagte sie mit Blick auf die Natur- und Atomkatastrophe in Fukushima vor fast genau vier Jahren. "Deshalb habe ich zusammen mit anderen (...) diese Entscheidung getroffen, dass das letzte Kernkraftwerk im Jahr 2022 vom Netz geht, also die friedliche Nutzung der Kernenergie ausläuft." Die japanische Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe will gegen den Widerstand der Mehrheit der Bevölkerung in Kürze die ersten Atommeiler im Lande wieder hochfahren.

"Gutes kann noch besser werden"

Bei einem Auftritt vor der Stiftung der liberalen Tageszeitung "Asahi Shimbun" hatte die Kanzlerin zudem zu einem Ausbau der wirtschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit mit Japan aufgerufen. "Gutes kann noch besser werden", sagte die CDU-Vorsitzende. Es mangele nicht an Möglichkeiten einer noch engeren Kooperation zwischen der dritt- und viertgrößten Volkswirtschaft der Welt. 

Bei ihrem zweitägigen Japan-Besuch schüttelte Bundeskanzlerin Merkel auch einem Roboter die Hand.
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Bei ihrem zweitägigen Japan-Besuch schüttelte Bundeskanzlerin Merkel auch einem Roboter die Hand.

Zudem mahnte sie eine friedliche Beilegung von Konflikten in Ostasien an. In ihrer Rede vor der Asahi-Stiftung betonte sie auch, eine Aussöhnung sei nur möglich, wenn sich Länder ihrer Vergangenheit stellten. 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges spielte sie damit auf die umstrittene Aufarbeitung der japanischen Besatzungszeit in China und Korea an.

Vor ihrem Auftritt bei der Stiftung besuchte die deutsche Bundeskanzlerin das Zukunftsmuseum "Miraikan". Dort werden Roboter präsentiert, die sich ähnlich wie Menschen verhalten. Kaum ein anderes Land entwickelt mit einer solchen Leidenschaft wie Japan Roboter. Einem Roboter schüttelte die Kanzlerin sogar die Hand.

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