Kanzlerin Merkel zu Besuch in Jordanien | Bildquelle: AP

Bei Besuch in Jordanien Merkel sagt Millionenkredit zu

Stand: 21.06.2018 15:53 Uhr

Jordanien gilt als Stabilitätsanker in der Region und ein wichtiger Verbündeter in der Flüchtlingspolitik. Um das wirtschaftlich schwache Land bei Reformen zu unterstützen, sagte Merkel während ihres Besuchs finanzielle Hilfe zu.

Bei ihrem Besuch in Jordanien hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Hilfe bei Wirtschaftsreformen und der Versorgung von Flüchtlingen zugesichert. Nach einem Gespräch mit König Abdullah II. kündigte Merkel in Amman einen Finanzkredit in Höhe von 100 Millionen Dollar (etwa 87 Millionen Euro) an, um Jordanien die Umsetzung der vom Internationalen Währungsfonds (IWF) verordneten Reformen zu erleichtern. Die Kanzlerin äußerte ihre "große Hochachtung" für Ammans Leistungen bei der Versorgung Hunderttausender Flüchtlinge vor allem aus Syrien.

In dem als Stabilitätsanker in der Krisenregion geltenden Königreich hatte es in kürzlich heftige Proteste gegen Reformmaßnahmen der Regierung und Steuererhöhungspläne gegeben.

Merkel sagt Jordanien Millionenkredit zu
tagesschau 20:00 Uhr, 21.06.2018, Tina Hassel, ARD Berlin

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Hilfe in "schwieriger Periode"

Der Kredit komme zu der deutschen Entwicklungs-Unterstützung in Höhe von 384 Millionen Euro in diesem Jahr für humanitäre Fragen und Bildung hinzu, sagte Merkel. Jordanien sei in einer "schwierigen Periode", in der sich erst Schritt für Schritt die Früchte der Reformen zeigten. Für mehr Privatinvestitionen müsse das Vertrauen in das Land und die Rahmenbedingungen noch wachsen. Es gebe aber eine große Bereitschaft deutscher Unternehmen, sich in dem Land zu engagieren.

Deutschland und Jordanien stünden beim Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und beim Friedensprozess in Syrien vor den gleichen Aufgaben, sagte Merkel, die Jordaniens Engagement bei der Unterbringung der deutlich mehr als eine Million Flüchtlinge würdigte. Mehr als 200.000 Flüchtlingskinder müssten unterrichtet werden. Deutschland wolle den Flüchtlingen helfen, aber nicht vergessen, dass auch die Einheimischen eine gute Zukunft haben müssten.

"Merkel: Müssen ein offenes Land sein"

Sie verteidigte zudem ihren Ansatz für eine europäische Migrationspolitik. Bei einem Besuch der deutschen-jordanischen Universität (GJU ) erklärte sich vor Studenten, sie sei auf der Seite derer, die sagten: "Wir müssen ein offenes Land sein."Aber "natürlich müssen wir mehr ordnen und steuern". Die Kanzlerin räumte ein, die vielen Flüchtlinge, die nach Deutschland gekommen seien, seien auch eine "große Herausforderung". Zudem habe auch "unsere eigene Bevölkerung Wünsche und Sorgen". Dies müsse in einer Balance gehalten werden.

Kanzlerin Merkel und Jordaniens König Abdullah II | Bildquelle: AFP
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Kanzlerin Merkel und Jordaniens König Abdullah II: Hilfe in "schwieriger Periode".

Auf die Frage einer Studentin, ob Ausländer Angst vor Rassismus in Deutschland und angesichts der Wahlerfolge der AfD haben müssten, suchte Merkel zu beschwichtigen. "Im Großen und Ganzen brauchen Sie keine Sorgen zu haben."

Hunderttausende Flüchtlinge aufgenommen

Jordanien leidet stark unter dem Bürgerkrieg in Syrien. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks UNHCR hat Jordanien mehr als 650.000 Flüchtlinge aus dem Nachbarland aufgenommen. Die inoffiziellen Zahlen liegen noch höher. Vor allem die Infrastruktur Jordaniens ist dem nicht gewachsen.

Weiterreise in den Libanon

Nach einem Treffen mit Bundeswehrsoldaten, die auf der Luftwaffenbasis Al-Asrak als Teil der internationalen Koalition zur Bekämpfung des IS stationiert sind, geht es für Merkel weiter in den Libanon. Das kleine Land am Mittelmeer hat nach Angaben des UNHCR fast eine Million syrische Flüchtlinge aufgenommen. Gemessen an der Bevölkerung sind im Libanon weltweit die meisten Flüchtlinge untergekommen.

Über dieses Thema berichtete am 21. Juni 2018 die tagesschau um 12:00 Uhr und 16:00 Uhr sowie NDR Info um 15:15 Uhr.

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