Angela Merkel und Benjamin Netanyahu in Jerusalem | Bildquelle: dpa

Merkel in Jerusalem "Immerwährende Verantwortung" für Israel

Stand: 04.10.2018 15:29 Uhr

Kanzlerin Merkel hat die Verantwortung Deutschlands für die Zukunft Israels betont. Antisemitismus und Hass sei immer wieder entgegenzutreten. In der Iran-Politik gebe es weiter Differenzen, räumte sie ein.

Kanzlerin Angela Merkel hat sich erneut zur deutschen Verantwortung für eine sichere Zukunft Israels bekannt. Sie stehe dafür, dass die "immerwährende Verantwortung" Deutschlands für die Nazi-Verbrechen an den Juden weitergetragen werde, sagte Merkel nach einem Gespräch mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu in Jerusalem.

Sie räumte ein, dass es in Deutschland weiterhin und zum Teil sogar verstärkt Antisemitismus gebe. Daher habe die Bundesregierung einen eigenen Beauftragten für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus eingesetzt. Am Rande ihres Besuches habe es hier die ersten deutsch-israelischen Antisemitismus-Konsultationen gegeben.

Angela Merkel in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem | Bildquelle: DEBBIE HILL/POOL/EPA-EFE/REX/Shu
galerie

Bundeskanzlerin Merkel hat die "immerwährende Verantwortung" Deutschlands für die Verbrechen der Shoah betont.

Plädoyer für Zweistaatenlösung

Zugleich betonte die Kanzlerin, sie stehe weiterhin zu einer Zweistaatenlösung zwischen Israel und den Palästinensern. Sie glaube, dass dies der vernünftigste Weg für eine Lösung des Konflikts sei. Sie habe in diesem Zusammenhang erneut ihre Sorge angesichts der israelischen Siedlungspolitik geäußert, die eine Zweistaatenlösung erschwere.

Dem Antisemitismus entgegentreten

Auch bei einem Besuch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hatte Merkel erklärt, man müsse immer wieder an die Verbrechen der Shoah erinnern und Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Hass und Gewalt entgegentreten.

Bereits in der Pogromnacht des 9. November 1938 sei den jüdischen Menschen in Deutschland Hass und Gewalt in ungeahntem Ausmaß entgegengeschlagen. "Was aber dann folgte, waren die beispiellosen Verbrechen des Zivilisationsbruchs der Shoah", fügte die Kanzlerin hinzu.

Susanne Glass, ARD Tel Aviv, zzt. Jerusalem, zu den deutsch-israelischen Konsultationen
tagesschau 15:00 Uhr, 04.10.2018

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Ehrendoktorwürde für Merkel

Für ihren Einsatz verlieh ihr die Universität Haifa die Ehrendoktorwürde. Sie habe sich gegen Rassismus und Antisemitismus eingesetzt. Die Hochschule begründete die Ehrung mit dem Führungsstil der Kanzlerin, der auf den Prinzipien von Gleichheit, Freiheit und Menschenrechten basiere. Merkel sei ein Vorbild für Frauen auf der ganzen Welt. Die Auszeichnung würdige auch ihren unerschütterlichen Beitrag zu der starken Freundschaft und den tiefen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Staat Israel, hieß es.

Bundeskanzlerin Angela Merkel erhält im Israel-Museum die Ehrendoktorwürde der Universität Haifa in Jerusalem. | Bildquelle: dpa
galerie

Kanzlerin Merkel erhält die Ehrendoktorwürde an der Universität Haifa.

Uneins über Atomabkommen mit Iran

Merkel bekräftigte das gemeinsame Ziel mit Israel in der Iran-Politik, wies aber zugleich erneut auf Differenzen hin. Es müsse alles getan werden, um den Iran an einer nuklearen Bewaffnung zu hindern. Unterschiedliche Auffassungen gebe es aber nach wie vor in der Frage des Atomabkommens mit dem Iran, an dem Deutschland anders als Israel festhalten will.

"Bedrohung Israels größer geworden"

Merkel verwies darauf, dass die Bedrohung Israels durch die militärische Verwicklung des Iran in den Krieg im Nachbarland Syrien "noch größer geworden" sei. Der Gedanke, dass iranische Truppen zum Teil direkt hinter den Golanhöhen stehen, sei natürlich schon eine Bedrohung. Die rechtsgerichtete Regierung Netanyahus lehnt das internationale Atomabkommen mit dem Iran entschieden ab.

Netanyahu prangert Atomabkommen an

Netanyahu würdigte nach dem Treffen mit Merkel die Freundschaft beider Länder. Zugleich sprach er sich erneut gegen das Atomabkommen mit dem Iran aus. Dieses Abkommen spüle Milliarden Dollar in die Hände der Regierung in Teheran, die den islamistischen Terrorismus fördere, sagte er. Der Iran nutze Syrien für Angriffe auf sein Land und den Libanon. Gleichwohl habe der Konflikt mit dem Iran zu einer Annäherung Israels mit den arabischen Staaten der Region geführt.

Darstellung: