Vor Unterzeichnung der "Berliner Erklärung" Papst fordert Gottesbezug in EU-Verfassung

Stand: 24.08.2007 10:11 Uhr

Papst Benedikt feiert Weihnachtsmesse
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Papst Benedikt XVI. bei der Feier der Mitternachtsmesse im Petersdom.

Papst Benedikt XVI. hat einen fehlenden Gottesbezug in der "Berliner Erklärung" und weiteren Deklarationen zum 50-jährigen Jubiläum der EU gerügt. In einer Rede vor europäischen Bischöfen sagte der Papst, Europa verleugne sich selbst, wenn es Gott und seine christlichen Wurzeln vergesse. Damit ziehe Europa seine eigene Identität in Zweifel. Wenn die Regierungen der EU-Staaten die Distanz zu den Bürgern abbauen wollten, "wie können sie ein so für die Identität Europas wichtiges Element wie die Christenheit auslassen, mit dem sich die große Mehrheit seiner Bürger weiter identifiziert", sagte der Papst.

Benedikt hofft auf mehr Kinder

Der Papst beklagte zudem die niedrigen Geburtenraten in Europa. "Man könnte fast meinen, dass der europäische Kontinent den Glauben in seine Zukunft verliert." Vom demographischen Standpunkt aus gesehen scheine Europa einen Weg zu beschreiten, "der zu seinem Abschied von der Geschichte führen könnte". Der Trend der Bevölkerungsentwicklung gefährde nicht nur das Wirtschaftswachstum, sondern auch den sozialen Zusammenhalt und fördere "gefährlichen Individualismus".

Huber ebenfalls für Gottesbezug

Huber
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Bischof Huber

Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, sprach sich für einen Gottesbezug in der geplanten EU-Verfassung aus. Das europäische Menschenbild beruhe "auf der Überzeugung, dass Gott den Menschen nach seinem Bilde geschaffen hat", schrieb Huber in Beitrag für die "Bild am Sonntag". Daraus ergebe sich die "unantastbare und unveräußerliche Würde" des Menschen.

Gottesbezug gehört zu Wurzeln

Huber bekräftigte: "Die erhoffte europäische Verfassung wird in ihrem Kern eine Friedensordnung sein. Sie sollte deshalb auch Auskunft geben über den Geist, der diese Ordnung bestimmt." Wo sich Europa für Frieden einsetze, "lebt es seine Seele und bekennt sich zu seinen Wurzeln", fügte Huber hinzu. Deshalb habe Europa auch die Pflicht, für Gerechtigkeit und Frieden in anderen Regionen der Erde einzutreten.

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