Gentechnik Klonschaf Dolly ist tot

Stand: 14.02.2003 20:37 Uhr

Dolly, das erste geklonte Schaf der Welt, ist tot. Wie das schottische Roslin-Institut mitteilte, musste das sechs Jahre alte Tier wegen einer Lungeninfektion eingeschläfert werden. Die normale Lebenserwartung für Schafe beträgt nach Angaben des Instituts etwa zwölf Jahre. Dollys Erschaffung war eine wissenschaftliche Sensation, die eine breite öffentliche Debatte über das Für und Wider der Gentechnik anheizte.

Bis zur Geburt Dollys 1996 galt es als unmöglich, ein erwachsenes Säugetier zu klonen. Bei der Reproduktion des Schafs entnahmen die Gentechniker des Instituts in Edinburgh dem Euter eines erwachsenen Tieres einen Zellkern mit der Erbinformation und pflanzten diesen in die Eizelle eines anderen Schafes ein. Aus diesem Ei war zuvor die eigene genetische Informationen entfernt worden. Das so veränderte Ei wurde einem dritten Schaf eingepflanzt, das es als Leihmutter austrug und schließlich Dolly zur Welt brachte - die exakte Doppelgängerin des ersten Schafes.

Zellen zeigten abnormale Abnützungserscheinungen

1999 stellten Wissenschaftler schließlich fest, dass "Dollys" Zellen, die von einem sechs Jahre alten Schaf geklont waren, Alterungs- und Abnützungserscheinungen zeigten, wie sie normalerweise bei älteren Tieren gefunden werden. Nach Meinung einiger Forscher war das ein Beweis dafür, dass die Wissenschaft keine Kopien von Tieren anfertigen kann, ohne dass es bei dem Kopiervorgang zu Ungenauigkeiten bei der genetischen Weitervermittlung kommt.

Zahlreiche andere Versuche, Tiere zu klonen, endeten mit Fehlschlägen. Völlig deformierte Föten mit abnormen Organen starben schon in der Gebärmutter, viele wurden auch tot geboren. Andere Klone starben wenige Tage nach ihrer Geburt - oft hatten sie zu diesem Zeitpunkt eine abnormale Größe erreicht.

 

Darstellung: