Was tun gegen SARS? Isolierung und Heilkräuter gegen die Krankheit

Stand: 29.08.2007 10:09 Uhr

Weil bisher noch kein Heilmittel gegen die Lungenkrankheit SARS existiert, versuchen die Gesundheitsbehörden in den betroffenen Ländern die Krankheit mit verschärften Quarantänemaßnahmen in den Griff zu bekommen. 

In Hongkong müssen Menschen, die mit einem SARS-Patienten zusammen wohnen, zehn Tage lang zu Hause bleiben. Andernfalls drohen ihnen Geld- und Haftstrafen oder die Einweisung in Quarantänelager. In China wurden zehntause Menschen unter Quarantäne gesetzt.

In Singapur und anderorts wurden Schulen geschlossen und zehntausende Schüler in Sonderferien geschickt. Weil sich mehrere möglicherweise mit SARS infizierte Personen nicht an die verordnete Isolisierung in ihren Wohnungen hielten, setzen die Behörden zur Überwachung jetzt  Kameras und elektronische Armbänder ein.

In China ordnete Ministerpräsident Wen Jinbao an, öffentliche Verkehrsmittel zu desinfizieren. In Singapur forderten die Gesundheitsbehörden die Bürger ebenfalls zu Säuberungen auf.

Sicherheitsmaßnahmen an Flughäfen

An den Flughäfen von Toronto, Peking, Taipeh, Singapur, Manila und Tianjin sowie in Guangdong, Shanxi und der Inneren Mongolei werden wird bei internationalen Reisenden bei der Ausreise die Körpertemperatur überprüft, um eine eventuelle SARS-Erkrankung festzustellen.

Da SARS über winzige Tröpfchen und Hautkontakt verbreitet wird, verteilt die Fluglinie Cathay Pacific, deren Basis das besonders betroffene Hongkong ist, bei der Ankunft in Asien Atemschutzmasken. Für solche Papier-Masken werden derzeit in Hongkong horrende Preise verlangt.

Barbara Ebert vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin hält solche Maßnahmen für übertrieben: "Bisher wurde kein Fall berichtet, dass jemand sich in einem Flugzeug mit SARS angesteckt hätte." Hauptrisiko sei enger Kontakt mit Infizierten.

Der Verband der asiatisch-pazifischen Fluggesellschaften in Kuala Lumpur hat gegen wenig hilfreiche Sicherheitsmaßnahmen protestiert, die seiner Ansicht nach die wirtschaftlichen Folgen von SARS für die Fluggesellschaften noch verschärfen.

Kanadische Ärzte verschieben Operationen

Auch die kanadischen Behörden haben umfangreiche Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. In Toronto und Umgebung wurden bis auf weiteres alle Operationen, die nicht unbedingt erforderlich sind, aufgeschoben. Hunderte von Mitarbeitern, die in zwei Krankenhäusern mit SARS-Patienten arbeiten, wurden vorsichtshalber dazu verpflichtet, zu Hause zu bleiben. Ärzte und Schwestern aus anderen Kliniken sollen ihre Dienste übernehmen. Viele der bisherigen SARS-Opfer waren als Pflegepersonal in Krankenhäusern mit Erkrankten in Kontakt gekommen.

Natürliche Heilmittel sind gefragt

Chinesische Medizin
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Eine Apothekerin in Peking bereitet chinesische Arznei zu

Angesichts der Bedrohung durch SARS greifen verängstigte Bewohner etwa in China und Singapur auf die traditionelle Heilkunst zurück. Hoch im Kurs stehen chinesische Heilkräuter, die das Immunsystem stärken sollen. Hongkonger Händler berichteen, dass sich die Bestellungen von Kräutermedizin binnen zweier Wochen verdoppelt hätten.

Hongkonger Zeitungen veröffentlichten sogar Kochrezepte für lungenstärkende Suppen, etwa Kastanienbrühe mit Schweinefleisch, Tamarinden-Schale und Pflaumen. Andere schwören auf Chrysanthemen und Honig. In Peking sind Steckrüben gefragt, die angeblich die Widerstandskräfte gegen SARS steigern sollen. Auch Karotten, Knoblauch und Zimt sollen laut einem Zeitungsbericht vor der Krankheit schützen.

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