Die havarierte ''Ever Given'' im Suezkanal | AFP

Havarie der "Ever Given" Entscheidender Tag am Suezkanal

Stand: 29.03.2021 04:16 Uhr

Seit Dienstag steckt die "Ever Given" im Suezkanal fest - nun wollen Helfer mit neuem, schwerem Gerät einen weiteren Befreiungsversuch machen. Klappt er nicht, wird entladen. Inzwischen nehmen andere Schiffe den Weg um Afrika.

Die Hilfs- und Bergungsteams am Suezkanal wollen am Montagmorgen mit zusätzlichen Schleppern einen weiteren Anlauf zum Freischleppen des Containerschiffs "Ever Given" unternehmen. Diesen Entschluss traf die zuständige Kanalbehörde nach Medienberichten in der Nacht. Zuvor sollen Bagger weiterhin Erdreich unter dem Schiffsbug abtragen. Zudem sei ein weiterer Spezialbagger unterwegs, um die Arbeiten zu unterstützen. Sollte der Frachter nicht bis Montagabend freigeschleppt werden, soll auf Anweisung des ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi damit begonnen werden, Container von dem Schiff abzuladen.

Eine genauere Prognose darüber, wann die "Ever Given" wieder flott sein könnte, konnte auch der Leiter der ägyptischen Kanalbehörde, Osama Rabei, am Wochenende nicht geben: "Ich kann es nicht sagen, weil ich es nicht weiß" sagte er. Die Situation sei schwierig.

Stau von Containerschiffen am Suezkanal | REUTERS

Etliche Containerschiffe stauen sich vor dem Suezkanal. Manche Reedereien haben ihre Flotten bereits angewiesen, den langen Weg um Afrika zu nehmen. Bild: REUTERS

Zehntausende Tiere in Not

Inzwischen sind etliche Reedereien dazu übergegangen, ihre Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas herum fahren zu lassen. Das größte Schifffahrtsunternehmen der Welt, die dänische Reederei Moller-Maersk sagte, wegen der längeren Routen würden sich Lieferungen um drei bis sechs Tage verzögern. Der Stau an den Kanalzufahrten hält derweil hunterte Schiffe auf.

Darunter sollen auch elf rumänische Frachter mit lebenden Tieren an Bord sein - nach Angaben von Tierschützern handelt es sich um 130.000 Schafe. Veterinärbehörden in Bukarest versicherten, "dass es ausreichend Nahrung und Wasser an Bord für die kommenden Tage gibt". Tierschützer fürchten allerdings den Tod der Schafe an Bord der Schiffe.

Der Druck auf die Verantwortlichen steigt, weil rund 370 Schiffe auf Durchfahrt warten, darunter 25 Öltanker, und der wirtschaftliche Schaden weiter wächst. Bisher konnte das 400 Meter lange Schiff nur wenige Meter bewegt werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. März 2021 um 05:30 Uhr.

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KOMMENTARE

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saschamaus75 28.03.2021 • 19:22 Uhr

@12:20 von schiebaer45

>> dann könnte es gehen. Ähh, das Schiff ist immerhin so groß wie einer von den TwinTowers vom ehemaligen WorldTradeCenter.