Der Boston Globe | Bildquelle: AFP

#FreePress US-Medien wehren sich gegen Trump

Stand: 16.08.2018 07:02 Uhr

In Leitartikeln haben sich rund 350 US-Zeitungen gegen die Attacken von Präsident Trump gewehrt. Sie warnen vor gefährlichen Folgen der Angriffe. Andere Medien kritisierten die Aktion.

Zeitungen aus den ganzen USA wehren sich in einer gemeinsamen Aktion gegen die Angriffe von Präsident Donald Trump. In ihren am Donnerstag und teils bereits am Mittwoch veröffentlichten Leitartikeln beziehen sie Position gegen die Anschuldigung Trumps, "Fake News" zu verbreiten. Aufgerufen dazu hatte die Zeitung "Boston Globe". Rund 350 Medien beteiligten sich nach ihren Angaben bislang.

US-Medien wehren sich gegen Trumps Attacken
tagesschau 20:00 Uhr , 16.08.2018, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

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Freie Medien durch staatlich kontrollierte zu ersetzen, sei stets eines der ersten Ziele eines korrupten Regimes bei der Machtübernahme in einem Land, schrieb der "Globe". Trump verbreite unter anderem die Lüge, dass Medien, die seine Regierungspolitik nicht unterstützen, "Feinde des Volkes seien". Dieser unerbittliche Angriff auf die freie Presse habe gefährliche Folgen.

"Loben Sie - und kritisieren Sie"

Die in St. Louis ansässige "Post-Dispatch" bezeichnete Journalisten als "die wahrhaftesten Patrioten". Die Zeitung "Fayetteville Observer" im Staat North Carolina drückte zwar die Hoffnung aus, dass Trump mit seinen Attacken auf die Medien aufhören möge, stellte aber auch klar: "Wir halten nicht die Luft an. Vielmehr hoffen wir, dass alle Unterstützer des Präsidenten erkennen, was er da macht - die Realität manipulieren, um zu bekommen, was er will."

Die "Syracuse New Times" aus dem Bundesstaat New York schrieb: "Wir sind nicht der Feind des Volkes. Wir sind das Volk. Wir sind nicht Fake News. Wir sind Ihre Nachrichten und wir arbeiten Tag und Nacht hart, damit wir die Fakten richtig berichten." Die renommierte "New York Times" forderte in ihrem Kommentar die Leser auf, Lokalzeitungen zu abonnieren und auf Artikel zu reagieren. "Loben Sie sie, wenn Sie denken, dass sie gute Arbeit geleistet haben - und kritisieren Sie sie, wenn Sie denken, dass sie es besser könnten. Wir sind alle im gleichen Boot."

Donald Trump | Bildquelle: AP
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Immer wieder beschuldigt Trump die Medien, Fake News zu verbreiten.

Warnungen und Kritik anderer Medien

Einige Medienhäuser zeigten sich jedoch auch kritisch. Das konservative "Wall Street Journal" etwa beteiligte sich nicht an der Aktion. In einer Kolumne von James Freeman wies die Zeitung vielmehr darauf hin, dass die Absichten des "Boston Globe" ebenjener Unabhängigkeit zuwiderliefen, die die Chefredaktionen zu wahren behaupteten. Trump habe genauso das Recht auf freie Meinungsäußerung wie seine Gegner in den Medien, schrieb Freeman weiter.

Die "Baltimore Sun" schrieb: "Auch wenn wir darin übereinstimmen, dass die Bezeichnung von Journalisten als 'Feinde des amerikanischen Volkes' und des Journalismus als 'Fake News' nicht nur unserer Branche schadet, sondern auch zerstörerisch für unsere Demokratie ist, nährt eine koordinierte Reaktion unabhängiger - oder etwas gewagt formuliert 'Mainstream'-Nachrichtenorganisationen - einen Narrativ, dass wir uns irgendwie gegen diesen republikanischen Präsidenten verbündet haben."

Auch die Radio Television Digital News Association, ein Verband, der 1200 Sendeanstalten und Webseiten vertritt, warnte seine Mitglieder vor einer Kampagne gegen den Präsidenten. Sie sollten vor allem darauf hinweisen, dass Journalisten Freunde und Nachbarn seien, die mit ihrer wichtigen Arbeit die Regierung zur Rechenschaft zögen. "Ich will sichergehen, dass das positiv bleibt", sagte Dan Shelley, der Exekutivdirektor des Verbands. "Wir schießen uns ins eigene Bein, wenn wir daraus Attacken gegen den Präsidenten oder dessen Anhänger machen."

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 16. August 2018 um 07:13 Uhr.

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