Ex-US-Vizepräsident Joe Biden wischt sich bei der Trauerfeier für John McCain Tränen aus dem Gesicht. | Bildquelle: AP

Trauerfeier in Phoenix Biden würdigt McCain als "Giganten"

Stand: 31.08.2018 08:37 Uhr

Tausende Trauernde haben in Arizona Abschied vom verstorbenen US-Senator McCain genommen. Mit emotionalen Worten würdigte Ex-Vizepräsident Biden seinen Freund und politischen Rivalen.

In einer bewegenden Trauerrede hat der frühere US-Vizepräsident Joe Biden den verstorbenen US-Senator John McCain gewürdigt. "Mein Name ist Joe Biden. Ich bin ein Demokrat. Und ich liebe John McCain", begann Biden seine Rede bei der Trauerfeier in einer Kirche in Phoenix im Bundesstaat Arizona für den verstorbenen Republikaner.

"Er gab Amerikanern Vertrauen", sagte Biden. "John war ein Held." Charakter, Mut, Ehre, Integrität und Optimismus hätten McCain ausgezeichnet.

"Er konnte den Missbrauch von Macht nicht ausstehen. Wo immer er ihn sah, in welcher Form, in welchem Land auch immer."

McCains Sarg im Parlamentsgebäude von Arizona Draufsicht | Bildquelle: AP
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McCains Sarg war im Parlamentsgebäude von Arizona aufgebahrt.

Eine militärische Ehrengarde trägt den Sarg des verstorbenen US-Senators McCain | Bildquelle: AP
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Nach dem Gottesdienst wurde McCains Sarg zum Flughafen gebracht. Er soll im Kapitol in Washington aufgebahrt werden.

"McCains Einfluss in Amerika ist nicht vorbei"

McCain sei für ihn wie ein Bruder gewesen, ihre Verbundenheit habe gegenüber politischen Differenzen überwogen. McCain sei ein "Gigant" gewesen, dessen Charakter, Mut und Integrität die Nation inspiriert habe, sagte Biden. Während seiner Ansprache wischte sich Biden mehrfach Tränen weg, als er auf seine Freundschaft zu McCain zurückblickte, die eine vergangene Ära der Zusammenarbeit zwischen Demokraten und Republikanern in den USA markierte.

Der Demokrat Biden, der lange Zeit gemeinsam mit dem Republikaner McCain im US-Senat saß, bedauerte, dass die Suche nach politischem Konsens in den Hintergrund gerückt sei. "Alles, was wir heute machen, ist, die Opposition in beiden Parteien anzugreifen - ihre Motive, nicht den Inhalt ihrer Argumente", sagte er. "John verstand, dass Amerika vor allem eine Idee war. Verwegen und riskant. Organisiert nicht um Stämme herum, sondern um Ideale."

Biden zeigte sich überzeugt, dass McCains politisches Wirken über dessen Tod hinweg großen Einfluss haben werde. "Johns Vermächtnis wird Generationen von Anführern inspirieren und herausfordern", sagte er. "John McCains Einfluss in Amerika ist nicht vorbei."

Tausende nehmen Abschied

Mit dem Gottesdienst in Phoenix endeten die Trauerfeierlichkeiten in McCains Heimatstaat Arizona. Bereits am Mittwoch hatten Tausende Trauernde Abschied von McCain genommen. An der Trauerfeier nahmen rund zwei Dutzend Senatoren beider Parteien sowie McCains Kinder und seine Frau Cindy teil.

Anschließend wurde der Sarg zum Flughafen gefahren. Von dort aus sollte er an Bord eines US-Militärflugzeugs nach Washington geflogen werden. Hunderte Menschen säumten die Straßen, um McCain die letzte Ehre zu erweisen. 

Amerikaner nehmen Abschied von langjährigem US-Senator McCain
tagesschau 09:00 Uhr, 30.08.2018

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Nationale Trauerfeier am Samstag

Heute wird der verstorbene Senator im Kapitol in Washington öffentlich aufgebahrt. Wie schon in Phoenix werden auch dort Bürger die Möglichkeit haben, sich von McCain zu verabschieden.

Die nationale Trauerfeier ist morgen in der Nationalen Kathedrale der US-Hauptstadt geplant. Dort sollen unter anderem die Ex-Präsidenten Barack Obama und George W. Bush Ansprachen halten. Aus Deutschland wird Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble erwartet. US-Präsident Donald Trump - dessen scharfer Kritiker McCain war - nimmt an der Veranstaltung nicht teil.

Einen Tag später wird der Kriegsveteran McCain auf dem Friedhof der Marineakademie in Annapolis im Bundesstaat Maryland beigesetzt. Der einflussreiche Senator war am vergangenen Samstag im Alter von 81 Jahren an den Folgen eines Gehirntumors gestorben. Er gehörte zu den prominentesten Mitgliedern des US-Senats.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. August 2018 um 09:00 Uhr.

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