Demonstrationen in Athen | Bildquelle: REUTERS

Mazedonien-Frage Ausschreitungen bei Protesten in Athen

Stand: 20.01.2019 16:12 Uhr

Zehntausende protestieren in Athen zur Stunde gegen die geplante Namensänderung des Nachbarstaats Mazedonien in Nord-Mazedonien. Dabei kam es zu Ausschreitungen. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray ein.

In Athen protestieren zur Stunde Zehntausende Menschen gegen die geplante Ratifizierung der Namensänderung Mazedoniens in Nord-Mazedonien.

Sie strömten auf dem Syntagma-Platz vor dem Parlament zu einer ultranationalistischen Massenkundgebung zusammen. Demonstranten trafen mit Hunderten Bussen aus allen Teilen des Landes ein, vor allem aus Nordgriechenland.

Hunderttausend Menschen demonstrieren in Athen gegen Namensänderung von Mazedonien
tagesschau 20:00 Uhr, 20.01.2019, Michael Schramm, ARD Rom

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"Politiker - Verräter"

Der Platz ist in ein Meer blauweißer griechischer Fahnen getaucht. Auf einem großen Transparent fordern Demonstranten einen Volksentscheid über den neuen Landesnamen, einige skandieren Sprüche wie "Politiker - Verräter". Zu den Hauptveranstaltern der Protestdemonstration gehört das "Kampfkomitee für Mazedoniens Griechentum". Mobilisiert hatte auch die Neonazi-Partei "Goldene Morgenröte".     

Ausschreitungen bei Mazedonien-Kundgebung in Athen | Bildquelle: AP
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2000 Polizisten sind in Athen im Einsatz. Sie setzten Schlagstöcke und Tränengas ein.

Demonstranten schleuderten Steine, andere Gegenstände und Feuerwerkskörper auf die Beamten, die Schlagstöcke und Pfefferspray einsetzten. Die Polizei ist mit 2000 Beamten, Drohnen und Hubschraubern im Einsatz. Sie hätten die Lage schnell in den Griff bekommen, hieß es. Gegen etwa 30 vermummte Demonstranten ging die Polizisten mit Tränengas vor, weil diese in der Nähe des Denkmals für den unbekannten Soldaten mit Gegenständen warfen und versuchten, die Absperrung zum Parlament zu durchbrechen.

Die Oppositionsparteien, die den von Regierungschef Alexis Tsipras ausgehandelten Namenskompromiss ablehnen, hatten nicht offiziell zu der rechten Kundgebung aufgerufen. Sie stellten es vielmehr ihren Anhängern anheim, sich daran zu beteiligen. Einige Abgeordnete der konservativen Nea Dimokratia waren vor Ort, unter ihnen der ehemalige Ministerpräsident Antonis Samaras. Er sprach von einer "Demonstration für die Demokratie, für Griechenland, für unser Recht".

Kommende Woche soll das Abkommen abgesegnet werden

Ministerpräsident Tsipras hatte im vergangenen Jahr mit der Regierung in Skopje ausgehandelt, das südliche Balkanland solle sich künftig Nord-Mazedonien nennen. Kommende Woche soll das Abkommen im griechischen Parlament abgesegnet werden.

Weil auch eine nordgriechische Provinz den Namen Mazedonien trägt, sind mehr als 70 Prozent der Griechen Umfragen zufolge dagegen. Sie befürchten, das Nachbarland könne Gebietsansprüche an die nordgriechische Region Mazedonien stellen.

Ausschreitungen bei Mazedonien-Kundgebung in Athen | Bildquelle: dpa
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"Mazedonien ist Griechenland" steht auf Transparenten in Athen.

Zudem sind sie der Ansicht, dass der Nachbarstaat, wenn er das Wort Mazedonien in seinem Namen behalte, das hellenische Kulturerbe an sich reiße. Das Parlament in Mazedonien hat das Abkommen trotz ähnlicher Reaktionen nationalistischer Kreise bereits ratifiziert. Bei erfolgreichem Abschluss auch in Athen soll Nord-Mazedonien Mitglied der NATO werden und später auch der EU beitreten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. Januar 2019 um 14:15 Uhr.

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