rund 1000 Jahre altes Maya-Kanu - entdeckt in Mexiko | VIA REUTERS

Höhle in Mexiko 1000 Jahre altes Maya-Kanu entdeckt

Stand: 30.10.2021 15:55 Uhr

Bislang konnten Wissenschaftler nur anhand von Fragmenten vermuten, wie die Boote der Maya einst aussahen. Nun haben Archäologen in einer Unterwasserhöhle in Mexiko ein Kanu aus der Maya-Zeit entdeckt, das erstaunlich gut erhalten ist.

In Mexiko ist ein rund 1000 Jahre altes Kanu aus der Maya-Zeit entdeckt worden. Archäologen fanden das Boot im Süden Mexikos in einer Unterwasserhöhle, einem sogenannten Cenote, wie das Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte (INAH) mitteilte.

Cenoten sind auf der Halbinsel Yucatán weit verbreitet und wurden von den Maya als heilige Stätten verehrt. "Das kleine Boot könnte für die Wasserentnahme aus dem Cenote oder für die Ablage von rituellen Opfergaben verwendet worden sein", hieß es aus dem Institut. Es ist etwa 1,60 Meter lang und 80 Zentimeter breit.

Cenote in Mexiko | VIA REUTERS

In diesem Cenote, wie in Mexiko die Unterwasserhöhlen genannt werden, fanden die Wissenschaftler das Kanu aus der Maya-Zeit. Bild: VIA REUTERS

Nach ersten Einschätzungen der Wissenschaftler stamme das Kanu vermutlich aus der Zeit zwischen 830 und 950 n. Chr. Das genaue Alter soll nun mittels einer Analyse des Holzes mit Unterstützung der Universität von Paris bestimmt werden. Zudem soll ein dreidimensionales Modell in Auftrag gegeben werden, um weitere Studien zu erleichtern und Nachbildungen zu ermöglichen.

Es ist der erste Fund eines so gut erhaltenen Kanus dieser Art im Maya-Gebiet. Bislang wurden nur Fragmente ähnlicher Boote in Guatemala und Belize sichergestellt.

Umstrittenes Projekt von Präsident Obrador

Entdeckt wurde das Boot im Zuge von Bauarbeiten an der "Maya-Bahn", einem umstrittenen Tourismus-Projekt von Präsident Andrés Manuel López Obrador. Dieses soll die Urlaubsorte an der mexikanischen Küste mit archäologischen Stätten verbinden und so die Armut in den ärmeren Südstaaten des Landes lindern.

Kritiker argumentieren jedoch, dass damit die empfindlichen Ökosysteme der Regionen geschädigt würden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 31. Oktober 2021 um 12:00 Uhr in den Nachrichten.