Downingstreet 10 | Bildquelle: REUTERS

May-Nachfolge Zehn Bewerber für Nr. 10

Stand: 10.06.2019 23:59 Uhr

Eine zerstrittene Partei und die Mammut-Aufgabe Brexit: Auf den May-Nachfolger wartet viel Arbeit. Die Bewerbungsfrist ist beendet - zehn Kandidaten wollen das Amt.

Von Imke Köhler, ARD-Studio London

Prominentester und aussichtsreichster Bewerber für die May-Nachfolge ist nach wie vor Boris Johnson, der Ex-Außenminister, der in diesen Tagen vor allem dadurch auffällt, dass er keine Radio- und Fernsehinterviews gibt. Offenbar möchte er nicht spontan auf kritische Fragen antworten müssen und dabei unter Beobachtung stehen.

Die Kandidaten der konservativen Tory-Partei stehen fest
tagesthemen 23:15 Uhr, 10.06.2019, Mareike Aden, ARD London

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Johnson schweigt

Für den Moment bleibt nur sein Werbevideo: Die Briten sollen wieder an sich glauben. Und weil Johnson an sich glaubt, tritt er an. Er hält sich für den Einzigen, der es schaffen kann, enttäuschte Wähler zurückzugewinnen und damit sowohl den Chef der Brexit-Partei Nigel Farage als auch den Oppositionsführer und Labour-Chef Jeremy Corbyn in Schach zu halten. 

Großbritannien verlässt am 31. Oktober die EU, so Johnson, ob mit Deal oder ohne. Johnson möchte die EU im Falle seiner Wahl aber durchaus noch zu Zugeständnissen zwingen. Deshalb hat er per Zeitungsinterview angekündigt, die Abschlussrechnung von 39 Milliarden Pfund nicht zu bezahlen, wenn die EU nicht einlenkt.

Hunt will verhandeln

Außenminister Jeremy Hunt, der im Augenblick hinter Johnson auf Platz zwei gesehen wird, will es dagegen auf diplomatischem Weg versuchen. Er warnt vor einer zu harten Gangart: "Wenn wir mit einer ultraharten Haltung nach Brüssel gehen, werden wir auch eine ultraharte Antwort bekommen, und die EU wird sich nicht bewegen. Und dann kommt der 31. Oktober und es hat sich nichts verändert, außer dass Neuwahlen wahrscheinlicher geworden sind, in denen wir ausgelöscht werden."

Deshalb müsse die Frage lauten, welcher Premierminister die größten Chancen habe, Fortschritte in den Verhandlungen zu erzielen und einen Deal zu bekommen, den das Parlament akzeptiert. "Diese Person bin ich."

Der britische Außenminister Hunt | Bildquelle: AFP
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Außenminister Hunt will diplomatisch zum Brexit.

Britischer Umweltminister Michael Gove - Bild vom 13.09.2018 | Bildquelle: AFP
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Umweltminister Gove hat derzeit geringere Chancen.

Goves Chancen sind gesunken

Für den Richtigen hält sich allerdings auch Michel Gove, der im Gegensatz zu Johnson nicht ausschließen will, in Brüssel doch noch einmal um eine Fristverlängerung für den Brexit zu bitten.

Momentan liegt der amtierende Umweltminister im Kandidatenrennen auf Platz drei, allerdings ist Goves Eigenwerbung seit dem Wochenende deutlich schwieriger geworden. Der Minister musste zugeben, vor 20 Jahren wiederholt Kokain genommen zu haben. Er beteuert, dies zu bereuen.

Ob diese Drogenvergangenheit Gove für das Amt des Premierministers disqualifiziert, wird nun munter diskutiert. Diese Diskussion hatte in den vergangenen Tagen zu einem kuriosen Outing geführt, bei dem die Hälfte der Kandidaten plötzlich mitteilte, früher einmal oder auch öfter Drogen konsumiert zu haben.

Brexit-Minister Dominic Raab kommt an der 10 Downing Street an und blickt neben einem Polizisten auf seine Uhr. | Bildquelle: AP
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Hat seine Stunde geschlagen? Dominic Raab liegt derzeit auf Rang 4.

Raab - der verlässliche Brexiteer?

Viele Kandidaten wollen den No-Deal in jedem Fall als Option auf dem Tisch behalten. Ex-Brexit-Minister Dominic Raab:

"Man wird uns nicht ernst nehmen in Brüssel, wenn wir nicht klarmachen, dass wir auch bereit sind, ohne Abkommen auszusteigen, wenn die EU sich nicht bewegt."

Raab, der für sich in Anspruch nimmt, der wahre, verlässliche Brexiteer zu sein, der den EU-Austritt wirklich liefert, liegt derzeit auf Platz 4.

Mays Nachfolger wird wohl ein Mann

Damit wird Mays Nachfolger mit großer Wahrscheinlichkeit ein Mann werden, denn es sind nur zwei Frauen im Rennen und sie belegen derzeit die hinteren Plätze. Das Ranking der Kandidaten berechnet sich danach, wie viele Tory-Abgeordnete sie hinter sich versammeln können.

Weil bei diesem Kandidatenrennen so viele Bewerber antreten, hat das 1922-Komitee, das die Wahl organisiert, die Regeln verschärft. So müssen bereits jetzt alle Kandidaten mindestens acht Abgeordnete aus der Fraktion als Unterstützer benennen können. In der Vergangenheit mussten es nur zwei sein.

Aufwändige Wahl

Am Donnerstag beginnt dann das Wahlverfahren: In geheimer Wahl wird so lange abgestimmt, bis nur noch zwei Kandidaten übrig sind. Über die können dann die mehr als 120.000 Parteimitglieder in einer Urwahl entscheiden. Ende Juli soll dann feststehen, wer May tatsächlich nachfolgt.  

Das Kandidatenrennen der Tories
Imke Köhler, ARD London
10.06.2019 20:19 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. Juni 2019 um 20:00 Uhr.

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