Theresa May | Bildquelle: AP

May zu EU-Gipfel Brexit-Gespräche "in der Sackgasse"

Stand: 21.09.2018 16:24 Uhr

Sie fordert neue Vorschläge von Brüssel und mehr Respekt bei den Brexit-Verhandlungen: Großbritanniens Premierministerin May sieht die Gespräche in einer Sackgasse. Es drohen schwere Verwerfungen.

Nach der Konfrontation mit den anderen EU-Staaten auf dem Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May von Brüssel neue Vorschläge für den Brexit gefordert. Die Verhandlungen steckten "in einer Sackgasse", sagte May in einer Fernsehansprache in London.

Die Absage der EU an den Plan der britischen Regierung zur Ausgestaltung der künftigen Handelsbeziehungen sei "inakzeptabel". "Ich habe die EU immer mit Respekt behandelt. Großbritannien erwartet dasselbe", ergänzte May.

Gestern hatten die EU-Staats- und Regierungschefs in Salzburg die britischen Vorschläge zum Brexit abgelehnt, weil diese den gemeinsamen Binnenmarkt untergraben würden. 

Die EU-Flagge weht vor dem britischen Parlament. | Bildquelle: dpa
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Die EU fürchtet Wettbewerbsverzerrungen durch britische Anbieter.

Freihandel ohne Zölle

May hatte zuvor für die künftigen Wirtschaftsbeziehungen vorgeschlagen, dass beide Seiten ein Freihandelsabkommen schließen. Bei ihm solle es keine Zölle auf Waren geben - aus ihrer Sicht würde dies auch das Problem mit der künftigen Grenze zwischen Irland und Nordirland regeln. Ausgenommen wären aber Dienstleistungen.

Brexit bleibt

"Ich werde die Ergebnisse des Referendums nicht kippen, noch werde ich mein Land spalten", bekräftigte May. Sie verteidigte das Brexit-Referendum als "größte demokratische Übung" in der Geschichte ihres Landes. Und: "Kein Abkommen ist besser als ein schlechtes Abkommen".

Gibt es keine Einigung mit der EU, würde Großbritannien am 29. März 2019 ohne Folgeregelung aus der Europäischen Union stürzen, was zu schweren Verwerfungen im Handel führen könnte.

Pfund | Bildquelle: dpa
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Das britische Pfund gab während Mays TV-Ansprache deutlich nach.

Moment der Wahrheit

EU-Ratspräsident Donald Tusk prognostizierte, dass der "Moment der Wahrheit" aber schon bei einem am 18. und 19. Oktober stattfindenden EU-Gipfel kommen werde. Dann solle eine Einigung über die künftigen Handelsbeziehungen besiegelt oder als gescheitert erklärt werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. September 2018 um 17:00 Uhr.

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