Havarierter Frachter vor der Küste von Mauritius. |

Havarie vor Mauritius Teil des Frachters wird versenkt

Stand: 21.08.2020 09:52 Uhr

Der größere Teil des vor Mauritius havarierten und zerbrochenen Frachters soll aufs Meer gezogen werden. Geplant ist, ihn auf mehr als 3000 Meter auf den Meeresboden sinken zu lassen. Greenpeace kritisierte die Aktion scharf.

Vor Mauritius haben Bergungsmannschaften damit begonnen, einen Teil des havarierten Ölfrachters im Meer zu versenken. "Das Versenken der 'Wakashio' ist im Gange", erklärte das Fischereiministerium des Inselstaates.

Der Frachter "Wakashio" war am Wochenende auf einem Riff vor Mauritius in zwei Teile gebrochen. Das größere Schiffsteil wurde nun von zwei Schleppern 15 Kilometer weit auf das offene Meer gezogen. Es soll dort auf den Meeresboden in 3180 Metern Tiefe sinken. "Jetzt wird es mit Meerwasser gefüllt, um es auf den Grund zu versenken", sagte der Schifffahrtsdirektor von Mauritius, Alain Donat, der Nachrichtenagentur AFP. Dies solle einige Stunden dauern.

Der andere Teil der "Wakashio" ist nach wie vor in dem Meeresriff verkeilt.

Greenpeace: Versenken gefährdet Artenvielfalt

Umweltorganisationen kritisierten, dass das Wrack die Biodiversität der Meeresregion gefährde. Ein Sprecher von Greenpeace Afrika sagte: "Das Versenken des Schiffes würde die Artenvielfalt gefährden und den Ozean mit großen Mengen an Schwermetallgiften verseuchen", sagte Happy Khambule. Die Verseuchung des Wassers könne sich dann auf Nachbarregionen ausbreiten. "Insbesondere die französische Insel La Réunion" könnte laut Khambule betroffen werden.

1000 Tonnen Öl verloren

Der japanische Frachter war am 25. Juli mit rund 4000 Tonnen Treibstoff an Bord vor der Südostküste des bei Touristen beliebten Landes im Indischen Ozean auf Grund gelaufen. Mehr als 1000 Tonnen Treibstoff traten aus, eine Ölpest bedroht die Naturschutzgebiete auf Mauritius.

Bis zum Auseinanderbrechen des Frachters versuchten Helfer in einem Wettlauf gegen die Zeit, die verbliebenen 3000 Tonnen Öl aus dem Schiff abzupumpen.

Für Mauritius bedeutet das Schiffsunglück sowohl ökologisch als auch ökonomisch einen schweren Schlag. Der Inselstaat ist in hohem Maße abhängig von seinen Küstengebieten - nicht nur wegen des Fischfangs, sondern auch weil die Korallenriffe zu den schönsten weltweit zählen und viele Touristen anlocken.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. August 2020 um 08:45 Uhr.