Flüchtlinge auf einem Boot im Mittelmeer (Archivbild) | Bildquelle: dpa

Vor Mauretanien Boot kentert - mindestens 58 tote Migranten

Stand: 05.12.2019 02:43 Uhr

Ein Boot mit mehr als 150 Migranten ist vor Mauretaniens Küste gekentert. Dabei sind nach ersten Erkenntnissen mindestens 58 Menschen ums Leben gekommen. Das Boot hatte Ende November in Gambia abgelegt.

Bei einer Havarie eines Bootes mit Dutzenden Migranten sind vor der Küste Mauretaniens mindestens 58 Menschen ums Leben gekommen, darunter Frauen und Kinder. Das Boot kenterte am Mittwoch im Atlantischen Ozean, wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) mitteilte. Eine nicht näher genannte Zahl von Verletzten wurde demnach in ein Krankenhaus im nordmauretanischen Nouadhibou gebracht.

Mehr als 83 Migranten aus Gambia hätten das Unglück überlebt, indem sie sich an die Küste gerettet hätten. Sie hätten IOM-Vertretern gesagt, dass das Boot am 27. November in ihrer Heimat mit rund 150 Insassen abgelegt habe, ergänzte IOM-Sprecherin Safa Msehli. Als sich das Boot der Küste von Mauretanien näherte, hatte es laut IOM wenig Kraftstoff.

Zehntausende Flüchtlinge aus Gambia

Die Havarie gilt in diesem Jahr als eine der schlimmsten Tragödien rund um Migranten, die gefährliche Überfahrten nach Europa auf sich nehmen. Aus Gambia gab es zunächst keine offizielle Erklärung.

Das Land in Westafrika ist mit rund zwei Millionen Einwohnern relativ klein, doch kamen nach IOM-Angaben zwischen 2014 und 2018 mehr als 35.000 Gambier nach Europa. Die 22-jährige Herrschaft des autokratisch regierenden Expräsidenten Yahya Jammeh hat die Wirtschaft des Landes massiv beeinträchtigt, was vor allem die Jugend zu spüren bekommen hat. Dies führt dazu, dass es vermehrt Migranten aus Gambia nach Europa oder andere Weltgegenden zieht.

Seit Jammeh 2016 abgewählt wurde und Anfang 2017 ins Exil flüchtete, versuchen europäische Länder verstärkt Asylbewerber aus dem Land abzuschieben. Doch Gambias Wirtschaft darbt immer noch. Zuletzt machte der Küstennation der Zusammenbruch des britischen Reisekonzerns Thomas Cook zu schaffen. Aus Sicht einiger Gambier könnte die Pleite massive Auswirkungen auf den Tourismus des Landes haben, der mehr als 30 Prozent von dessen Bruttoinlandsprodukts ausmacht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Dezember 2019 um 06:00 Uhr.

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