Ein Mensch wird geimpft.

WHO warnt Masern-Fälle in einem Jahr verdoppelt

Stand: 14.02.2019 16:29 Uhr

Das Virus ist potenziell lebensgefährlich - und verbreitet sich wieder weltweit. 2018 stieg die Zahl der gemeldeten Masern-Fälle auf 229.000. Dabei ist ein lebenslanger Schutz schon nach einmaliger Impfung sehr hoch.

Nach jahrelang rückläufigem Trend nehmen die Fälle von Masern weltweit wieder zu. Die vorläufige Zahl der gemeldeten Erkrankungen hat sich 2018 im Vergleich zum Vorjahr auf 229.000 verdoppelt, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf mit.

Die tatsächliche Zahl dürfte aber über der Zwei-Millionen-Grenze liegen, sagte Katherine O'Brien, Direktorin der WHO-Impfabteilung. "Wir gehen davon aus, dass weltweit weniger als zehn Prozent aller Erkrankungen gemeldet werden", sagte sie. Die Zahl der gemeldeten Fälle dürfte zudem noch steigen. Die endgültigen Zahlen liegen demnach erst nach April vor.

Besonders starker Anstieg der Masern-Fälle in Europa

In Europa stieg die Zahl der gemeldeten Fälle 2018 im Vergleich zum Vorjahr sogar auf das Dreifache. Betroffen war vor allem die Ukraine. In Deutschland war der Trend aber rückläufig: Nach gut 900 Masern-Fällen 2017 wurden im vergangenen Jahr etwa 500 Erkrankungen gemeldet.

Ein Impfpass mit einem Kreuz bei Masern | Bildquelle: dpa
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Die WHO drängt auf mehr Impfungen gegen Masern.

"Eine vermeidbare Krankheit"

Bis 2016 nahm die weltweite Zahl der Masern-Fälle ab, so die WHO, seitdem steigt sie wieder. Hauptproblem sind demnach Konfliktgebiete mit Migrations- und Flüchtlingsströmen sowie abgelegene Gebiete in armen Ländern. Dort werden nicht genügend Kinder geimpft. Die WHO verlangt dringend mehr Anstrengungen, jedes Kind zu impfen. Auf den Philippinen waren jüngst mehr als 20 Menschen an den Masern gestorben, wie das UN-Kinderhilfswerk UNICEF am Wochenende mitteilte.

"Masern ist eine vermeidbare Krankheit", sagte O'Brian. "Wir haben eine extrem sichere und sehr effektive Impfung dagegen." Das Virus kann das Gehirn befallen und lebensgefährlich sein. Die WHO will die Masern weltweit eliminieren.

Kinder mit Masern werden von ihren Eltern entlang eines Flurs in der Kinderstation des San Lazaro Hospital in Manila betreut | Bildquelle: dpa
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Die Weltgesundheitsorganisation befürchtet eine weitere Ausbreitung der Masern auf den Philippinen. Mehr als 4.300 Fälle seien seit Anfang Januar registriert worden, 70 Menschen seien gestorben.

Lebenslang immun durch Impfung

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt Erwachsenen, die nach 1970 geboren sind und deren Impfstatuts unklar ist, sich einmalig gegen gegen die Viruskrankheit impfen zu lassen. Nach einer Impfung bleibt die Immunisierung lebenslang erhalten. Menschen, die älter sind, haben laut Robert-Koch-Insitut die Krankheit mit "hoher Wahrscheinlichkeit" durchgemacht und sind immun. Jedoch empfiehlt das Institut auch ihnen bei Unsicherheit die Impfung.

Bei Kontakt mit der Krankheit sollte bei Nicht-Geimpften möglichst innerhalb von drei Tagen eine Immunisierung erfolgen. Die Schutzwirkung bei einmaliger Impfung liegt Studien zufolge zwischen 94 und 95 Prozent, bei Zweimaliger sogar bei 99 Prozent.

Impfempfehlung gilt seit 2010

Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts hatte die routinemäßige Masernimpfung im Erwachsenenalter bereits 2010 ausgesprochen. So sollen Ausbrüche der Krankheit verhindert werden und die Eliminierung der Krankheit - zumindest im europäischen Raum - vorangetrieben werden. Außerdem würden so auch Personen geschützt, die sich selbst nicht impfen lassen können, zum Beispiel chronisch Erkrankte.

Pro & Contra Impfpflicht in Kitas
Jens Eberl/Dama Hekimoglu, WDR

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 14. Februar 2019 um 18:00 Uhr in den Nachrichten.

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