Eine H-IIA-Rakete mit dem Marsorbiter "Hope" der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) hebt vom japanischen Tanegashima Space Center ab | Bildquelle: dpa

Vereinigte Arabische Emirate Mit "Hoffnung" zum roten Planeten

Stand: 20.07.2020 09:16 Uhr

Und plötzlich wurden aus langen Gesichtern lachende: Nach dem verschobenen Start vergangene Woche ist die Sonde der Vereinigten Arabischen Emirate von Japan aus in Richtung Mars abgehoben.

Von Kathrin Erdmann, ARD-Studio Tokio

Ein Raunen, ein Aufatmen und Applaus: Pünktlich wie in Japan üblich hebt am Morgen die Rakete vom Weltraumbahnhof in Tanegashima im Süden Japans ab. Und damit beginnt - nach dem verschobenen Start wegen schlechten Wetters vergangene Woche - die Mars-Mission "Hoffnung" der Vereinigten Arabischen Emirate. Als erstes arabisches Land setzen sie ein solches Projekt um.

Ahmad Belhol al-Falasi ist der Vorsitzende der zuständigen Raumfahrtbehörde - er strahlt übers ganze Gesicht: "Es ist ein großartiges Gefühl. Wir versuchen unaufgeregt zu bleiben, aber es ist schwer, an sich zu halten." Man habe sechs Jahre darauf hingearbeitet und jetzt den ersten Schritt geschafft. Jetzt komme die zweite, kritische Stufe. "Wir müssen auf das Signal warten. Schon bis hierher kommt mir das wie eine Ewigkeit vor."

Auch Hessa Ali, bei der Emirates Mars Mission für die Datenverarbeitung verantwortlich, freut sich riesig, wie er der Agentur AP sagt. "Ich bin so aufgeregt und froh, dass der Start so erfolgreich verlaufen ist - so wie wir es erwartet haben."

Langer Weg zum Mars

Doch jetzt müssen sich Ingenieure und Ingenieurinnen in Geduld üben. Denn die Sonde ist erst einmal monatelang unterwegs. Im Februar soll sie die Umlaufbahn des Mars erreichen und von dort dann hoffentlich die gewünschten Informationen liefern.

Menschen beobachten im Mohammed bin Rashid Space Centre in Dubai den Start der Mars-Mission "Hoffnung" | Bildquelle: REUTERS
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Freude bei den Beobachtern des Raketenstarts im Mohammed bin Rashid Space Centre in Dubai.

"Es wird dann eine automatische Software angehen, dadurch öffnen sich die Solarpaneele direkt zur Sonne hin", sagt Zakareyya Hussain al Shamsi vom Mohammed Bin Rashid Weltraumcenter der Nachrichtenagentur Reuters. "Und dann sollen eigentlich die Signale zur Erde gesendet werden und zum Netzwerk, so dass wir sämtliche Daten erhalten können."

Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen ein Marsjahr (687 Erdtage) lang testen, wie sich das Klima auf dem Mars verändert. Dazu sollen im Idealfall alle 55 Stunden Daten übermittelt werden.

Kooperation bei der Weltraumforschung

Dass die Sonde heute auf ihren Weg gehen konnte, hat der japanische Konzern Mitsubishi möglich gemacht. Bereits zum vierten Mal stellte das Unternehmen eine Trägerrakete für solche Expeditionen bereit.

Japan will sich in dem Bereich stärker positionieren. Das verbindet sie mit den Arabern - auch die Vereinigten Arabischen Emirate wollen unabhängiger vom Erdöl werden und investieren deshalb unter anderem in die Weltraumforschung.

Beginn der Marsmission von Japan aus
Kathrin Erdmann, ARD Tokio
20.07.2020 08:28 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. Juli 2020 um 09:00 Uhr.

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