Der Mars, aufgenommen vom Hubble-Teleskop  | Bildquelle: REUTERS

See unter dem Südpol Flüssiges Wasser auf dem Mars entdeckt

Stand: 25.07.2018 18:28 Uhr

Schon lange suchen Forscher nach flüssigem Wasser auf dem Mars. Es gilt als Voraussetzung für mögliches Leben auf dem Planeten. Jetzt will ein italienisches Team gleich einen ganzen See entdeckt haben.

Drei Jahre lang wertete ein Forscherteam vom Nationalen Institut für Astrophysik in Bologna Daten der europäischen Sonde "Mars Express" aus. Mit Radarwellen untersuchten sie den Südpol des Mars'. Jetzt vermelden die Wissenschaftler einen Erfolg: Unter der dicken Eisschicht könnte sich ein See mit flüssigem Wasser befinden, mindestens einen Meter tief und 20 Kilometer lang, berichten sie im US-Wissenschaftsmagazin "Science".

Weltraumforschung entdeckt erstmals flüssiges Wasser auf dem Mars
tagesschau 20:00 Uhr, 25.07.2018

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Radarsignaturen wie unter irdischem Polareis

Mit der Sonde der europäischen Raumfahrtagentur ESA suchten sie Teile der Südpolregion Planum Australe auf dem Roten Planeten ab. Dort stießen sie auf eine deutlich abgegrenzte Region mit denselben Radarsignaturen, wie sie versteckte Seen unter dem Eis irdischer Polarregionen erzeugen.

Andere Forscher sagten, die Ergebnisse seien vielversprechend. Allerdings müsse genauer untersucht werden, was sich genau unter dem Eis befindet, bevor man sicher davon ausgehen könne, dass es sich um einen See aus flüssigem Wasser handelt.

Der Astrophysiker Roberto Orosei präsentiert die Ergebnisse der Radaruntersuchungen. | Bildquelle: AP
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Drei Jahre lang untersuchten die Forscher um den Astrophysiker Roberto Orosei mit Radarwellen den Südpol des Mars'.

Den jungen Mars könnte ein Ozean bedeckt haben

Seit Jahrzehnten suchen Forscher nach flüssigem Wasser auf dem Mars. Ausgetrocknete Flussläufe und Sedimente zeigen, dass es dort vor Milliarden Jahren flüssiges Wasser gegeben haben muss. Damals war das Klima dort wärmer und die Marsatmosphäre dichter als heute.

Sogar ein ganzer Ozean könnte weite Teile des jungen Mars einst bedeckt haben. Heute existiert Wasser dort jedoch vor allem als Eis in den Polkappen und als Wasserdampf in der dünnen Marsluft.

Es gibt auch Hinweise darauf, dass sich in einer dünnen Schicht unter der Marsoberfläche regelmäßig für kurze Zeit flüssiges Wasser bilden könnte - allerdings in winzigsten Mengen. So haben sich auf dem "Phoenix"-Landemodul der US-Raumfahrtbehörde NASA Wassertropfen niedergeschlagen. Dauerhaft kann Wasser an der Marsoberfläche aber heute nicht im flüssigen Zustand existieren.

Grundlage für Leben

Die Suche nach flüssigem Wasser ist wichtig, weil das eine wichtige Voraussetzung für Leben ist. Wissenschaftler suchen noch immer Hinweise darauf, ob es früher oder vielleicht sogar noch heute Lebewesen auf dem Mars gibt. Die Rede ist da aber nicht von Marsmenschen, sondern eher von Mikroorganismen.

Anzeichen für Leben in dem Marssee lassen sich aus den Radarbeobachtungen allerdings nicht ablesen. Ob es dort überhaupt Leben geben kann, ist unklar. Die Temperatur des jetzt entdeckten unterirdischen Sees schätzen die Forscher auf minus 68 Grad Celsius. Um bei dieser Kälte flüssig zu bleiben, muss der See voller Salze sein, die den Gefrierpunkt erheblich herabsetzen können. Der nötige Salzgehalt macht es für mögliches Leben nicht gerade einfacher, allerdings sind von der Erde Mikroorganismen bekannt, die auch bei hoher Salzkonzentration überleben.

Computergrafik des Ebenengebiets des südlichen Marspols | Bildquelle: AP
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Die Forscher halten es für wahrscheinlich dass sich unter dem Südpol des Mars' noch mehr Seen befinden.

Möglicherweise noch mehr Seen unter der Marsoberfläche

Immerhin ist der See möglicherweise kein Einzelfall: Da erst ein Bruchteil der Südpolkappe per Radar untersucht sei und die Methode wegen ihrer begrenzten räumlichen Auflösung nur unterirdische Seen mit einer bestimmten Mindestgröße nachweisen könne, gebe es keinen Grund anzunehmen, dass unterirdisches flüssiges Wasser nur an dieser einen Stelle vorkomme, betonen die Autoren.

Mit Informationen von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Juli 2018 um 16:46 Uhr.

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