Der Mars-Rover der NASA soll Gesteins- und Bodenproben auf dem Mars sammeln und zur Erde bringen.  | Bildquelle: AFP

Drei Länder starten Raketen Wettlauf zum Mars

Stand: 23.07.2020 10:28 Uhr

Die Chinesen nennen ihre Sonde "Fragen an den Himmel", die Vereinigten Arabischen Emirate setzen auf "Hoffnung", und die Amerikaner starten mit "Durchhaltevermögen": Drei Länder machen sich auf den Weg zum roten Planeten.

Von Nicole Markwald, ARD-Studio Washington

Mit seinen Hobbys könnte es der neue Mars-Rover "Perseverance" - übersetzt "Durchhaltevermögen" - weit bringen. Das sind nämlich laut Twitter-Profil: Fotografieren, Steine sammeln und Offroad-Fahren. Genau das soll das 1000-Kilogramm-Gefährt tun, wenn es denn erfolgreich auf dem Mars aufsetzt.

Fünfmal ist das der US-Raumfahrtbehörde NASA schon gelungen. Nachdem heute die Mission der Chinesen "Fragen an den Himmel" gestartet ist, wollen die Amerikaner am 30. Juli eine Rakete ins All schießen. Auch ihr Ziel ist der rote Planet.

Spurensuche im ausgetrockneten Flussdelta

Geplant ist die Landung von "Perseverance" am rund 45 Kilometer breiten Jezero Krater. Wissenschaftler glauben, dass er einst mit Wasser gefüllt war. Und wo Wasser ist, da ist vielleicht auch Leben.

Die NASA erhoffe sich genau da neue Antworten auf alte Fragen, erklärt Michael Watkins, Direktor des "Jet Propulsion Laboratory": "Im Krater ist ein Flussdelta, aber es ist vor gut drei Milliarden Jahren ausgetrocknet. Dort suchen wir nach Hinweisen, ob es einst Leben auf dem Mars gab. Es ist eine Gegend mit viel Lehm, wo mögliche  Anzeichen unter Umständen gut konserviert wurden“, so Watkins.

US-Wissenschaftler arbeiten im Februar im Kennedy Space Center der NASA in Florida an dem Mars-2020-Rover. Das Raumfahrzeug soll an Bord einer Atlas V 541 Rakete von der Luftwaffenstation Cape Canaveral starten. | Bildquelle: AFP
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US-Wissenschaftler arbeiten im Februar im Kennedy Space Center der NASA in Florida an dem Mars-2020-Rover. Das Raumfahrzeug soll an Bord einer Atlas V 541 Rakete von der Luftwaffenstation Cape Canaveral ins All starten.

Der neue Mars-Rover hat große Ähnlichkeit mit dem Rover "Curiosity" - übersetzt "Neugierde" - der seit fast acht Jahren den Planeten erkundet. Natürlich ist der neue Rover mit neuerer Landetechnik, aktuelleren Computern und Kameras ausgestattet. Er ist ungefähr so groß wie ein Kleinwagen.

Mit seinen wissenschaftlichen Instrumenten soll "Perseverance" auch die Bewohnbarkeit des Mars studieren. Der Rover wird Gesteins- und Bodenproben nehmen, sie in kleine Röhrchen verpacken und bereit legen - für eine Folgemission auf dem Mars, die die Proben einsammeln und zur Erde bringen wird.

"Perseverance" hat übrigens noch einen Begleiter im Bauch: einen Mini-Hubschrauber, etwas größer als ein Baseball. Zum ersten Mal wird damit ein Hubschrauber auf einem anderen Planeten unterwegs sein. Er ist klein, aber flott: Die Rotorblätter drehen sich mit 3000 Umdrehungen pro Minute rund zehnmal schneller als bei einem Helikopter auf der Erde. 

Erste Mars-Mission der Arabischen Emirate


Während die Amerikaner direkt auf dem Mars ihre Daten sammeln, bleibt die Mission aus den Vereinigten Arabischen Emiraten auf Abstand. Die Sonde "Al-Amal", übersetzt "Hoffnung", startete bereits am 20. Juli. Sie soll den Planeten zwei Jahre lang umkreisen und die obere Atmosphäre und den Wandel des Klimas beobachten.

NASA-Wissenschaftsdirektor Thomas Zurbuchen gratulierte den Kollegen zum erfolgreichen Start in Richtung Mars: "Al-Amal" und "Perseverance" seien unverzichtbare Bestandteile der Forschung. Zurbuchen spricht von einem aufregenden Jahrzehnt: "Die ganze Welt schickt Missionen zum Mars, um mehr über ihn zu lernen.“

Langfristig verfolgen alle ein gemeinsames Ziel: Dass irgendwann Menschen ihren Fuß auf den rostfarbenen Mars-Boden setzen.

Wettlauf zum Mars - Wie weit sind die USA?
Nicole Markwald, ARD Washington
23.07.2020 08:08 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Juli 2020 um 05:41 Uhr.

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